Horst Jakob Rosenkranz war in Sorge: In der von ihm mit herausgegebenen Zeitschrift fakten ? laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) ?neben der Aula die bedeutendste rechtsextreme Zeitschrift Österreichs? ? thematisierte er die Sicherheit von Nazis in diesem Land. Anlass war das in einem Folder unabhängiger GewerkschafterInnen abgedruckte Foto eines Aktivisten, der ein T-Shirt mit der Aufschrift ?Shut down Nazis? trägt. Die nicht unwesentliche Differenz zwischen shut down (ausschalten) und shoot down (niederschießen) ignorierend übersetzten die fakten den Slogan mit ?Schießt Nazis nieder? und witterten ?[ö]ffentliche Aufforderungen zum Mord [...] von links?. Mittlerweile ist die Causa Gegenstand einer Klage der IG Kultur Österreich gegen die fakten ? und für die Kulturrisse-Redaktion Anlass für einen Schwerpunkt zum Thema Rechtsextremismus und Antifaschismus in Österreich in der soeben erschienenen Ausgabe 02/2010. Heribert Schiedel eröffnet diesen mit einem Beitrag zu den unterschiedlichen Lagern der extremen Rechten in Österreich und zu den Schnittstellen zwischen ihren parlamentarischen und außerparlamentarischen Flügeln. Stefanie Mayer untersucht anhand konkreter Beispiele aus den Politikfeldern der Migrations- und Geschichtspolitik die Reaktionen der (vermeintlichen) politischen ?Mitte? auf den Aufstieg des parteiförmigen Rechtsextremismus seit den 1980er Jahren. Carsten Hübner schließlich rundet den ersten Teil des Heftschwerpunkts mit einer Darstellung von Netzwerken der extremen Rechten auf europäischer Ebene ab und erläutert dabei vor allem die Rolle der FPÖ im Prozess der Formierung einer Euro-Rechten. Den zweiten Teil des Heftschwerpunkts eröffnet Robert Foltin mit einer Skizze zur Entwicklung des ?Antifaschismus als sozialer Bewegung? in Österreich. Vertieft wird diese Perspektive im Rahmen der Beiträge von Assata Kangju sowie des AK gegen den Kärntner Konsens, die mit Fokus auf Oberösterreich bzw. Kärnten Schlaglichter auf die antifaschistischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre in jenen Gegenden Österreichs werfen, in denen der Rechtsextremismus eine besonders nachhaltige Verankerung fand. Klar wird dabei, dass die Forderung nach einer (radikal-)demokratischen Kultur- und Gesellschaftspolitik den Kampf gegen politische Tendenzen umfassen muss, die den Prozess der Demokratisierung gesellschaftlicher Verhältnisse infrage stellen. Dies gilt zuvorderst für die extreme Rechte, die mit ihrem biologistisch unterfütterten Antiegalitarismus im Sinne dezidierter Ungleichheitsideologien die Grundlagen für einen solchen Prozess zu unterminieren versucht. Im Rahmen seiner einstweiligen Verfügung zur eingangs angesprochenen Klage der IGKÖ kam das Landesgericht Korneuburg übrigens zu der Erkenntnis, dass es hierzulande allein schon aufgrund des NS-Verbotsgesetzes ausdrücklich angeordnet sei, ?Nazis ,auszuschalten??.
Bestellungen: Kulturrisse 02/10 ?Shut down Nazis?
Einzelpreis: 6,00 / Jahresabo: 22,00 StudentInnenabo: 17,00 (erscheint mind. 4x im Jahr), e-Mail: office@igkultur.at
Die Ausgabe ist auch in folgenden Buchhandlungen erhältlich:
In Wien: a.punkt, Anna Jeller, Leporello, Phil, Walther König (MQ), Winter
In Linz: Lentos Shop
In Berlin: b_books, Pro qm
Aussender: IG Kultur Österreich, Gumpendorfer Straße 63b, 1060 Wien, ZVR: 998858552, Tel 01/503 71 20, www.igkultur.at