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Waidhofner Kammerorchester ? Sommerkonzerte 2010

Nachbericht zu den Konzerten am 26. Juni und 27. Juni 2010

Das Waidhofner Kammerorchester begeisterte ihr Publikum am Samstag, 26. Juni 2010 in Weyer und am Sonntag, 27. Juni 2010 in Waidhofen an der Ybbs und Melk mit einem erlesenen Programm im Rahmen ihrer diesjährigen Sommerkonzerte.

Der Erste Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und des Staatsopernorchesters, Prof. Rainer Küchl, feiert auf seine Weise mit dem Waidhofner Kammerorchester seinen bevorstehenden 60. Geburtstag. Viele kennen den außergewöhnlichen Werdegang des am 25. August 1950 geborenen Waidhofners. Wir erinnern uns an den Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, an den ersten Unterricht bei Prof. Franz Stepanek, an sein Studium bei Prof. Samohyl, seine Berufung zum Konzertmeister der Wiener Philharmoniker in ganz jungen Jahren, seine Erfolge in aller Welt und seine zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen.

Der Jubilar stellte sich auch mit zwei Kostbarkeiten ein. Ludwig van Beethovens Romanzen für Violine und Orchester in G-Dur (op.40) und in F-Dur (op.50) waren gleich eine ausgezeichnete Gelegenheit, seine Stradivari aufleuchten zu lassen.

Wie sinnvoll es ist, beide Kleinodien gegenüberstellen zu lassen, bestätigt sich ganz unvermittelt. Die Romanze in G mit ihrem selbstbewussten Anspruch, der vom begleitenden Orchester gleichsam bestätigt wird und mit einem Impuls des optimistischen Ausblicks schließt, kontrastiert ganz augenscheinlich mit dem empfindungsreichen, gleichsam femininen Melodien der F-Dur Romanze, die sich traumverloren verhaucht.

Im Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, op.77, von Johannes Brahms, uraufgeführt 1879 in Leipzig, waren dann nicht nur emotionale Hingabe und Ausdruck gefragt, sondern auch volle und totale Virtuosität, gilt doch unter den Fachleuten gerade dieses Konzert zu den schwierigsten und bedeutendsten Violinkonzerten überhaupt. Interessant schon, wie die intensivierte Bewegung im Orchester die Läufe der Geigen, die impulsgebende Steigerung der Holzbläser in der Spannung verminderter Terzen den Einsatz des Solisten vorbereitet, der mit großzügig ausladenden Figuren das Hauptthema in sphärische Höhen treibt. In diesen gleichsam unerreichbaren Höhen agierte der Solist nicht nur in der Kadenz, sondern auch in den anderen spektakulären Herausforderungen des Stücks an das Instrument mit souveräner Bravour.

Im Adagio hat die Solovioline Gelegenheit, nach der verträumten Oboe und friedvollen Streicherklängen zu entschweben und über der Dichte des mitunter drängenden Orchesters kantable Motivgänge zu entfalten. Rainer Küchl zelebrierte es mit emotionaler Hingabe und Innigkeit.

Im dritten Satz des Allegro giocoso wird im Rondo ein ungarisches Thema ausgebreitet, begleitet von den Sechzehnteltriolen der Streicher und Gelegenheit für Rainer Küchl, sein stupendes Können erneut unter Beweis zu stellen.

Dabei hat der Dirigent Wolfgang Sobotka seine Aufgabe besonders gewissenhaft wahrgenommen, das Orchester so zu sensibilisieren, dem Solisten in Flexibilität zu assistieren, behutsam die Pianissimi zu setzen, um der Kantabilität und der Virtuosität Raum zu geben für die prachtvolle Entfaltung aller Intentionen des Komponisten.

Nach der Pause stand die 4. Sinfonie von Johannes Brahms in e-Moll, op. 98 auf dem Programm. In Mürzzuschlag entstanden, in Meinigen 1885 uraufgeführt, folgt sie dem Vorbild Beethovens. Motivationskünstler Sobotka verordnet ein lucides Allegro non troppo und sorgte nicht nur für die Ausgewogenheit des Themas, sondern nach dem erregenden Grabeshauch eines Pianissimo für den kraftvollen und wuchtigen Ausklang des 1. Satzes.

Sinnend, träumend, wissend kündet das Horn im Andante moderato in E-Dur von vergangenen Tagen und mündet in der von Geigen umspielten Kantilene der Violoncelli, ein Zeichen für die Empfindsamkeit.

Mit dem verschlagenen Scherzo des 3.Allegro giocoso und dem Poco meno Presto stürmt das Werk in Heiterkeit voran, während  nach Anklängen an Bach in den Variationen des 4. Satzes sich das Ensemble anhand einer barocken Chaconne ins grande finale steigert, getragen vom immer wiederkehrenden Cantus firmus. Wenn sich Brahms in der Entstehungszeit dieser Symphonie mit Sophokles befasst hat, so verstehen wir, dass hier Fragen von Leben und Tod und Schicksal in dieser Komposition verwoben sind.

Was hier von den einzelnen Stimmgruppen geleistet worden ist, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Handelt es sich doch bei der Interpretation dieser äußerst anspruchsvollen Sinfonie um einen Meilenstein in der Entwicklung des Ensembles. Intensive Probentätigkeit, energische, totale Hingabe der Zeichengebung und ein sensibles Nachspüren der Partitur brachte schließlich auch für das Orchester und seinen Dirigenten Wolfgang Sobotka eine der reifsten Leistungen der letzten Zeit, die verdiente Anerkennung und Bewunderung.

Das Publikum quittierte diese Sternstunde mit reichem Beifall, mit Begeisterung, Jubel und Dankbarkeit.

Das Konzert in Waidhofen an der Ybbs wurde noch genützt, eine ganz besondere Ehrung durchzuführen: Obmann Raimund Tremetsberger kündet die Verleihung einer der höchsten Auszeichnungen an, die das Orchester zu vergeben hat, nämlich die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den Kulturpublizisten und Kritiker Hubert Bauernhauser, der sich um das Orchester große Verdienste erworben hat und in diesen Tagen seinen 80. Geburtstag begeht. In seiner Laudatio würdigt der Dirigent und musikalische Weggefährte Wolfgang Sobotka den Geehrten anhand seines Werdeganges, vor allem wegen seines Wirkens als Lehrer, ehemaliges Orchestermitglied, begeisterter Kammermusiker, Berichterstatter und Interviewer somit auch Förderer der regionalen Kulturszene. Er bezieht in den Dank auch die Frau des Geehrten ein und überreicht die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft des Waidhofner Kammerorchesters an Hubert Bauernhauser.

HR Dr. Matthias Settele

Aussender: Mag. Rafael Ecker
Öffentlichkeitsarbeit Waidhofner Kammerorchester, http://kammerorchester.waidhofen.at

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