Nur wenige Monate nach der großen Ausstellung der Werke des akademischen Malers und Kartographen Hans Rohn, der von 1905 bis 1928 in St. Leonhard lebte und wirkte, ist es zu einem überraschenden Fund gekommen: Bei einem gemeinsamen Besuch von ehemaligen Gemeinderäten im hiesigen Feuerwehrmuseum Anfang Juni entdeckte SR Franz Handl unter einem Stapel historischer Schriften ein altes Ölgemälde. Unzweifelhaft ließ sich am rechten unteren Bildrand des Bildes, das ein Panorama von St. Leonhard im Winter zeigt, neben der Jahreszahl 1917 die Signatur Hans Rohn erkennen.
Freilich hatte die ungeeignete Lagerung dem Bild schwer zugesetzt. Infolge der Feuchtigkeit war die schützende Firnisschicht bereits weitgehend zerstört, so dass nur noch eine fachkundige Restaurierung helfen konnte. Dr. Hildegard Fischer, die Vorsitzende der Hans-Rohn-Gesellschaft, wusste in dieser Situation Rat: Sie brachte das Gemälde nach Wien, wo es der bekannten Restauratorin Dr. Magdalena Papp gelang, die alte Winterlandschaft in ihrem ursprünglichen Glanz und neu gerahmt voll wiedererstehen zu lassen.
Am 24. Juli war es soweit: Bürgermeister Hans-Jürgen Resel konnte die neu restaurierte, prächtige Winterlandschaft aus der Hand von Frau Dr. Fischer ? und im Beisein des glücklichen Finders, Franz Handl - entgegennehmen.
Doch es gab noch eine weitere Überraschung. Denn in der Hans-Rohn-Gesellschaft hatte man festgestellt, dass der Künstler exakt das gleiche Panorama mit Tusche und Feder später noch ein zweites Mal erstellt hatte, und zwar im Frühling 1920, als er mitten in der schweren Wirtschaftskrise vom Leonharder Gemeinderat beauftragt worden war, einen Entwurf für drei Notgeld-Scheine in der Stückelung 10, 20 und 50 Heller zu entwerfen, die den damals herrschenden Mangel an Kleingeld beheben sollten.
Die Ansicht auf dem Geldschein von 1920 und dem Ölgemälde von 1917 unterscheidet sich nur durch die Jahreszeit. Denn um ein optimistisches Bild von der Zukunft zu vermitteln, zeigen die Geldgutscheine St. Leonhard nicht im strengen Winter, sondern in einer strahlenden Sommerlandschaft.
Im Auftrag der Hans-Rohn-Gesellschaft wurde nun eine großformatige Reproduktion des 50-Heller-Scheins von damals angefertigt und zusammen mit dem Ölgemälde, das im Werkeverzeichnis künftig unter der Bezeichnung ?Wintertag in St. Leonhard? aufscheinen wird, Bürgermeister Hans-Jürgen Resel überreicht.
Beide Bilder, so Bürgermeister Resel, werden im Gemeindeamt einen ehrenvollen Platz erhalten.
Information: GFGR Maria Gruber, Mobil 0676/530 46 68
Aussender: Elisabeth Heher, Marktgemeinde St. Leonhard am Forst, 3243 St. Leonhard am Forst, Hauptplatz 1, Tel 02756/22 04, office@st-leonhard-forst.gv.at , www.st-leonhard-forst.gv.at