Musikverein St. Andrä-Wördern, Hagenthaler Kulturkreis
Anlässlich der 1. Wiederkehr des Todestags von Theodor Hassek:
?Musikvergnügen? im Zyklus ?Musenküsse? Werke von Theodor Hassek
ausgeführt von Renata Bialasová und Milan Bialas, Klavierduo / Helmut Hassek, Helmut Hofmann, Klavier / FAM-Trio (Walter Schnabl, Violine, Michaela Eyberg, Violoncello und Helmut Hofmann, Klavier) Trio Clarin - Roman Götz, Harald Hofmann (Klarinette) und Norbert Schraik (Fagott), Wolfgang Heilinger (Gesang) / Kirchenchor St. Andrä (Leitung von Ingrid Palzer)
Dienstag, 26. Oktober 2010, 18.00 Uhr
Neuer Musiksaal der Musikschule St. Andrä-Wördern, Greifensteiner Straße 22, 3423 St.Andrä-Wördern
Eintritt frei, Spenden erbeten
Um (kostenlose) Platzreservierungen unter Tel 0650/42 33 714 oder ingrid.palzer@meduniwien.ac.at wird gebeten
Theodor Hassek schloss am 28. Oktober 2009 die Augen für immer. Hinter sich ließ er ein Leben voll Musik, Musik, die ihre Hörer vergnügen sollte, ohne ihnen große Kopfzerbrechen zu bereiten. Die Palette seiner Werke reichte vom kleinen Klavierstück bis zu mehrsätzigen Kammermusikwerken verschiedenster Besetzung, von leichter Unterhaltung und Wienerliedern bis zu feierlichen Gesängen zur Hl. Messe. Nur dem großen Orchester wich Theodor Hassek aus; er war kein Freund der ?großen Geste?.
Die stilistische Einordnung seiner Musik fällt nicht leicht. ?Gehobene Unterhaltungsmusik? hieß die Kompositionsklasse von Rudolf Kattnigg, der Hassek einige Zeit angehörte. Theodor Hassek zählt zu jenen Komponisten, die ? wie auch Friedrich Gulda ? von Jugend an die Gratwanderung zwischen U- und E-Musik gewagt haben und sich nicht an experimentellen Innovationen ihrer Zeit beteiligt haben. Trotzdem ist seine Tonsprache alles andere als rückwärtsgewandt oder epigonenhaft. Sie stellt an den Hörer keine überhöhten Ansprüche, will gefallen, amüsieren und vor allem nie langweilig sein. Musikalische Einfälle werden kurz von einigen wenigen Seiten beleuchtet ? und schon geht es weiter in der Unterhaltung, die nie ins Triviale abgleitet oder Brüche aufweist. Manchmal klingt die Nähe zu unbewussten Vorbildern an ? Milhaud, Lehár, Ravel, Puccini, Strawinsky, Prokofjew, Gershwin, Menotti, Françaix oder Kattnigg - , aber nur ganz kurz und an der Oberfläche. Darunter bewahren die prägnanten Kompositionen durchaus ihre eigenständige, unverwechselbare und in die Postmoderne verweisende Tonsprache. Der Anspruch an die kompositorische Ausführung war stets ein sehr hoher, die bei Joseph Marx gelernte hohe Schule der kompositorischen Raffinesse stets ein Gebot, dem sich der Komponist kompromisslos zu unterwerfen hatte. Das Ergebnis sind Stücke oder Sätze von knapper Aussage und wohltuender Kürze ? in diametralem Gegensatz zu den weit ausladenden, im Ausdruck übersteigerten Werken der Spätromantik, mit denen Theodor Hassek wenig anzufangen wusste. Klassizistische Noblesse, durchsetzt mit Elementen des Jazz, eingängige Harmonik und Melodik zeichnen seine Musik aus, die nie die Bahnen der Tonalität verlässt.
Dass Theodor Hassek auch ein ausgezeichneter Pianist gewesen ist, kann man an dem stets anspruchsvollen Klaviersatz seiner Kompositionen erkennen. Er ist, so wie ja auch bei Chopin oder Liszt, ?pianistisch?, d.h. er liegt ?in der Hand?, verlangt keine physischen oder psychischen Verrenkungen, erzeugt beeindruckende Klangwirkungen und gilt daher als ?dankbar?.
In St. Andrä-Wördern ist Theodor Hassek kein Unbekannter. Eines seiner Kammermusikwerke wurde hier von einem ortsansässigen Trio aus der Taufe gehoben. Das Agnus Die seiner Messe in A wird heute uraufgeführt. Die gesamte Messe soll noch in dieser Saison in der Kirche von St. Andrä erklingen
Aussender: Elfriede Heilinger, Hagenthaler Kulturkreis, Grasweg 8, 3423 St. Andrä, www.hkk.at , hkk@aon.at , Tel 0664/323 39 93