Shuttlebus von Wien nach Roseldorf bei Sitzendorf/Schmida: ab Wien, Universität, Grillparzerstraße / Ecke Rathauspark. Abfahrt: 12.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel 02742/9005 16273. Unkostenbeitrag: 5 EUR
Von den ursprünglich rund 80 Mühlen, die entlang der Schmida im Weinviertel aktiv waren, ist heute genau noch eine in Betrieb. Die anderen sind verfallen, zerstört, zu Lagerräumen oder Wohnhäusern umfunktioniert. Prof. Schöffl, der sich bereits seit Jahren mit der Geschichte der Mühlen in dieser Region auseinander setzt, regte zusammen mit der Gemeinde Sitzendorf an der Schmida die Errichtung eines Mühlendenkmals an. Aus einem geladenen Wettbewerb ging der Entwurf von Misha Stroj als Siegerprojekt hervor.
Das mehrteilige "Denkmal für Wassermühlen" von Misha Stroj geht auf die Grundkonstruktion einer Mühle zurück, die sich über Jahrhunderte bewährt und kaum verändert hat. Mühlrad, Kammrad und Laterne (Stockgetriebe) werden von Stroj als Grundlage für drei Skulpturen hergenommen und entlang des nicht mehr vorhandenen Mühlbachs von Roseldorf aufgestellt. Durch das Abschreiten der einzelnen Stationen entsteht beim Betrachter eine imaginäre Rekonstruktion des Gesamtmechanismus; die Geschichte des Ortes wird mit seiner Gegenwart, eine als Erholungsgebiet gestaltete Landschaft, in Verbindung gesetzt.
Die einzelnen Objekte, aus Gussbeton, Holz und Stahl/blech angefertigt, nehmen sich ihren Platz in der weitläufigen Landschaft. Massiv versinkt das Mühlrad in der Erde, während das Kammrad filigran in die Höhe ragt. Die Laterne markiert - direkt an der Straße verankert - den Ausgangspunkt für den Fahrrad- und Spazierweg in Richtung Rückhaltebecken. Der ebenfalls am Beginn des Weges stehende Gnadenstuhl wurde von Misha Stroj in das Konzept miteinbezogen. In die Skulpturen sind Textzitate eingeschrieben, die auf die menschliche Nutzung von Kraft Bezug nehmen.
"Trotz der Funktionsbezeichnung eines "Denkmals" ist die Arbeit auch in der Tradition skulpturaler Gartenkunst zu lesen: Als Kunstwerk in einem gestalteten Erholungsareal ist das Mühlendenkmal eine "terza natura" im Sinne der Gartentheorie der italienischen Renaissance, mit wandelnden Sichtachsen und subtilen Wechsel an Gestaltungsintensitäten im künstlerischen Eingriff in die Natur." (Eva Kernbauer)
Weitere Informationen unter www.publicart.at
Aussender: Höbart Gabi (K1), gabi.hoebart@noel.gv.at