An der Wiederentdeckung Kramers arbeitet das Land Niederösterreich schon seit Jahren. Trotzdem gilt der Dichter noch immer als Geheimtipp. Freuen Sie sich auf eine Begegnung mit Theodor Kramer, seiner Biographie und vor allem mit seinen Gedichten. Auf einen Abend, der besinnlich wird und dennoch heiter; präsentiert von Holunders Literaturwerkstatt, den Spezialisten für Lyrik- und Musik-Collagen.
Am Wort: Cécile Cordon, Christiane Holler, Erwin Wögenstein. Dazu spielt Stephan Rausch mit Witz und Virtuosität seine Bluesharp ? die diatonische Mundharmonika.
Kurz zum Dichter:
Der Dichter Theodor Kramer (1897 ? 1958) ist ein Kind des Weinviertels, der Sohn des Gemeindearztes von Niederhollabrunn. In den Sommern der 1920er Jahre geht Kramer Jahr für Jahr auf Wanderschaft, durchstreift seine Heimat und beschreibt Landschaft und Menschen in Gedichten: die lehmigen Hügel des Weinviertels, die endlosen Felder, die Donauauen, den Bisamberg. Es sind tausende Gedichte, die so entstehen. Kramer ist ein erdiger Dichter, tief verwurzelt in seiner Heimat. In den 1930er Jahren gilt Theodor Kramer als der bedeutendste zeitgenössische Dichter des deutschen Sprachraums. Aber er kann den Erfolg nicht lange genießen. Als im März 1938 die Nazis an die Macht kommen, darf der ?Jude Kramer? nicht mehr Dichter sein. Er flüchtet nach England. Die Bilder seiner Heimat trägt er im Herzen, an der Entwurzelung leidet er sein Leben lang: "Wer noch kennt mich in Österreich?"
Ort: 2000 Stockerau, Franz Blabolil Heim, In der Au 1a (15 Min. vom Bahnhof), Info: 0664/17 19 000 (D. Fürst), Eintritt: freie Spende
Aussender: Christiane Holler, Tel 02262/62 490