Ö 2009 Ca. 95 Min.
Regie: Nathalie BORGERS
Drehbuch: Nathalie BORGERS nach einer Idee von Christoph GRETZMACHER und Gerhard AUENHEIMER
Kamera: Jean-Paul MEURISSE
Mit: Hanne ISSA, Domagali ISSOUF, Amina AHMED, Mariama DADI u.v.a.
1500 km durch die Sahara
Flirrende Hitze, mächtige Sanddünen, von weitem eine Karawane. Vertraute Bilder und doch ganz anders - denn diese Karawane besteht ausschließlich aus Frauen. Bei den Toubou, einem Nomadenvolk im Südosten der Sahara, ist es immer schon Frauensache, sich einmal im Jahr auf eine 1.500 Kilometer lange Reise zu begeben. Die Frauen durchqueren mit Kindern und vielen Kamelen die Wüste, um in den Oasen im Norden Nigers Datteln zu ernten und diese im Süden zu verkaufen. Der Weg ist beschwerlich, doch ein mögliches Verirren, Wassermangel, die Geburt eines Kindes unterwegs oder die lange Abwesenheit schrecken die Frauen nicht ab. Nur das Ergebnis zählt: Dank ihrer Einkünfte kann ein Nomadenhaushalt ein Jahr leben, ohne Tiere verkaufen zu müssen.
Wenn Domagali, die Anführerin der Karawane, meint, dass die Reise auch in Zukunft unternommen werden soll, so bietet sie für Amina und Mariama, die von einem modernen Leben träumen, einen ganz anderen Anreiz. Fern von ihren Männern teilen sie - Nomadenfrauen unter sich - ihre Geheimnisse.
An dieser Reiseansicht ist einiges beachtlich: die Großzügigkeit der Bilder, die erstaunliche Beiläufigkeit im Tonfall, ein faszinierender erzählerischer Sog. Das mag an der sorgfältig strukturierenden Montage liegen, daran, dass trotz der Strapazen auf Film gedreht wurde, vor allem aber am Blick der Brüsseler Filmemacherin Nathalie Borgers (?Kronen Zeitung ? Tag für Tag ein Boulevardstück?). Sie folgt diesen Frauen vorbehaltlos. Anstatt sie als Angehörige des Nomadenvolks der Toubou ethnisch zu sezieren wie Insekten, filmt sie Menschen und schafft so ganz natürliche Anknüpfungspunkte zum Publikum. Christoph Gretzmacher und Gerhard Auenheimer lieferten ihr die Idee zu dieser bemerkenswerten Dokumentation, die sich ganz selbstverständlich auch um Themen wie Emanzipation und Islam rankt.
In Kooperation mit der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Anschließend: Diskussion mit Christoph GRETZMACHER
Teil 2 des Schwerpunkts ?Frauen müssen sich entscheiden?
Mittwoch, 17. November, 19.30 Uhr: AN EDUCATION
Anfang der 60er-Jahre möchte Jenny raus aus dem Mief der Kleinbürgerlichkeit und den beengenden Lebensverhältnissen im tristen Einzugsgebiet von London. Als die 16-Jährige den doppelt so alten David kennenlernt, ist es um sie geschehen. Basierend auf den Memoiren von Lynn Barber, schrieb Nick HORNBY das Drehbuch. Regie: Lone SCHERFIG (?Italienisch für Anfänger?)
Aussender: Filmklub Wieselburg, http://filmklub-wieselburg.at , ZVR: 407233590, klub@filmklub-wieselburg.at