Neue Formen des Erinnerns. Zwei Mahnmale für Viehofen
Ein Diskussionsabend zur Erinnerungskultur in Österreich und die Funktion,
die Mahnmale darin einnehmen können
am Mittwoch, den 24. November 2010, um 20.00 Uhr im Stadtmuseum St. Pölten
DiskussionsteilnehmerInnen:
Mag. Catrin Bolt, Künstlerin
Dr. Martha Keil, Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs
Univ.-Prof. Hans Kupelwieser, Künstler
Mag. Tatiana Lecomte, Künstlerin
Dr. Susanne Neuburger, Kunsthistorikerin und Kuratorin
Dr. Heidemarie Uhl, Historikerin
Mag. Manfred Wieninger, Publizist und Autor
Moderation: Dr Peter Huemer, Journalist und Historiker
Im Zuge des Diskussionsabends wird diskutiert, welchen Stellenwert Erinnerungskultur in Österreich einnimmt, inwiefern Mahnmale den Anspruch einer aktiven Erinnerung erfüllen können bzw. welche zeitgemäßen Formen von Erinnerungskultur denkbar sind.
Am Diskussionsabend nehmen neben den Künstlerinnen Catrin Bolt und Tatiana Lecomte, Martha Keil und Manfred Wieninger teil, die intensiv zur Geschichte der Zwangsarbeitslager in Viehofen recherchiert und sich für die Realisierung eines Mahnmals eingesetzt haben. Weiters Hans Kupelwieser, der bereits zahlreiche Mahnmale in Österreich realisierte, u. a. 1988 in St. Pölten im Hammerpark und 2004 am Jüdischen Friedhof in Krems sowie die Historikerin Heidemarie Uhl, die u. a. seit 2001 im Rahmen des Forschungsprogramms "Orte des Gedächtnisses" an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig ist und die Kunsthistorikerin Susanne Neuburger, die die Umsetzung zahlreicher Projekte im öffentlichen Raum betreut hat. Geleitet wird die Diskussion von dem mehrfach ausgezeichneten Journalisten und Historiker Peter Huemer.
Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich realisiert seit 1996 unterschiedlichste Projekte im öffentlichen Raum - von der autonomen Skulptur über die Gestaltung von Plätzen bis hin zu kommunikativen Interventionen in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Auch die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, vor allem der Umgang mit den Ereignissen während des Zweiten Weltkrieges und die Erinnerung daran, sind immer wieder Aufgabe künstlerischer Arbeiten. Dabei wird versucht, die Tradition des monumentalen Mahn- und Denkmals durch offene und konzeptionelle Ansätze zu erweitern.
Die Arbeiten von Catrin Bolt und Tatiana Lecomte zum Mahnmal Viehofen setzen den in Erlauf begonnenen und in Allentsteig fortgesetzten Versuch, die Bevölkerung zur aktiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Verortung von Erinnerung in der persönlichen Erfahrung anzuregen, fort.
Ausführliche Informationen unter www.mahnmal-viehofen.at
Aussender: Petter Katrina, (K1), Katrina.Petter@noel.gv.at