im Vortragssaal der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten (9.30 ? 17.00 Uhr)
Dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird am 26. November noch einmal Nachdruck verliehen. Die Pulitzerpreisträgerin Anne Applebaum -- die für Ihr Buch "GULAG" den Pulitzerpreis erhielt -- konnte für die wissenschaftliche Tagung "Verlorene Leben - Österreicherinnen im sowjetischen GULAG" gewonnen werden.
Wir bitten um Anmeldung unter anmeldung@gulag-frauen.at oder unter Tel 0699/102 49 161 (9.00-12.00 Uhr)
Ein Stück vergessener Heimatgeschichte -- nämlich auch die Geschichte der Mütter und Großmütter vieler Niederösterreicherinnen - wird nun in St. Pölten wieder in Erinnerung gerufen. Gerade in Niederösterreich - als Teil der sowjetischen Besatzungszone - gerieten Frauen zum Ende des Zweiten Weltkrieges und noch weiter bis zum Ende der Besatzungszeit nicht selten wegen Spionageverdachtes und vermutlichen anderen "Vergehen" in die Mühlen der Gerichtsbarkeit der kommunistischen Regime.
Einblick in diese Schicksale geben die Referate von Isabella Ackerl und Ingeborg Schödl. Ingeborg Schödl referiert über Margarethe Ottilinger - die spätere ÖMV Vorständin - die bis 1956 in sowjetischer Haft war.
Der Vormittag bietet auch die seltene Gelegenheiten eine Zeitzeugin persönlich kennen zu lernen. Erika Feigl war als damals 17-jähriges Mädchen in einem Zwangslager und wird über ihr Martyrium berichten - Geschichte zum Anfassen, wie man sonst selten Gelegenheit hat.
Noch ein weiterer Aspekt wird am 26. November transportiert - die Systemfrage des Totalitarismus, der diese Geschehnisse erst möglich machte.
Eingeleitet wird der Vormittag mit einem Dokumentarfilm, der Anita Lackenberger und Gerhard Mader von Österreich bis an den Ural führte. Perm 36 ist das einzige offiziell verbliebene GULAG Lager, welches noch einen Einblick in die Lebensumstände der Menschen bietet.
Für das Nachmittagsprogramm konnten wir die Pulitzerpreisträgerin Anne Applebaum gewinnen. Den Pulitzerpreis erhielt Anne Applebaumn für ihr Buch GULAG. Ihr Vortrag widmet sich sowohl dem GULAG als auch den Frauen, die im GULAG überleben mussten.
Weiters im Nachmittagsprogramm begrüßen wir Tatyana Kursina, die Vize Direktorin des Perm-36 GULAG Museums (Russland) und Barbara Stelz-Marx vom Ludwig Boltzmann Instituts die mit Ihren Vorträgen und der anschließenden Diskussion helfen werden, der Erforschung des Schicksals jener, die dem totalitären Sowjetsystem zum Opfer gefallen sind - deren Erforschung erst in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen hat - ein Stück mehr Aufmerksamkeit zu geben.
Die Tagung widmet sich vor allem den Frauen aus Österreich, die als Opfer des stalinistischen Systems ihr Leben lassen mussten oder die besten Jahre ihres Lebens in Gefängnissen oder Lagern verbrachten. Wie gerieten sie in die Mühlen des sowjetischen Systems, welcher Taten wurden sie beschuldigt, gab es dahinter ein System oder war es reine Willkür, usw. - Fragen, die im Rahmen der Tagung mit den teilnehmenden ExpertInnen erörtert werden.
Aussender: Mag. Susanne Neurauter, Produktion West, Marktgraben 14, 6020 Innsbruck, Tel 0512/56 15 12, 0699/121 87 416, neurauter@produktionwest.com