Seit vielen Jahren wird in Tulln auf aktive Integrationsarbeit gesetzt: im Jugendclub, in einzelnen Projekten der Jugendberatungsstelle EXIT, mit dem Gemma Streetwork-Team, mit den Ausstellungen "Tullner Frauen aus aller Welt", durch die Unterstützung der vielen Vereine oder die unverzichtbare Integrationsarbeit in den Schulen und Kindergärten. Im Jahr 2011 macht zusätzlich ein besonderes Projekt in Tulln Halt: die Integrationsgespräche "ZusammenReden".
Integration betrifft uns alle und ist damit heute mehr denn je ein Thema. Nicht nur für Medien und Politik, sondern ganz besonders für den Alltag. In einer Gemeinschaft werden ausgegrenzte Menschen häufig einfach übersehen. Vizebürgermeisterin Mag. Susanne Schimek: ?Die Gründe für die Ausgrenzung sind vielfältig, sei es aufgrund von besonderen Bedürfnissen, geringer Bildung oder Herkunft. Doch wenn wir miteinander sprechen und aufeinander eingehen, können wir Gemeinsamkeiten erkennen und Berührungsängste verlieren. Dieses Konzept wird in Tulln seit Jahren verfolgt und ist auch der Ansatzpunkt der Integrationsgespräche ?ZusammenReden??. Die Veranstaltungen finden 2011 erstmals in Tulln statt - in Kooperation mit der Caritas der Erzdiözese Wien (Asyl und Integration NÖ). An verschiedenen Themenabenden werden konkrete Felder diskutiert, in denen Integration stattfindet oder eben verhindert wird.
15. März 2011: Veranstaltungsauftakt ?Geschlechterverhältnis und Integration?
Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen sowie das Spannungsfeld zwischen Emanzipation und konservativen Wertvorstellungen sind gerade in Integrationsfragen von Bedeutung. Aus diesem Grund widmet sich der erste Diskussionsabend der Tullner Integrationsgespräche dem Thema ?Geschlechterverhältnisse und Integration?. In der Integrationsdebatte hat der Stellenwert von Frauen eine besondere Rolle eingenommen. So wird vieles, das mit Zuwanderung zu tun hat, am Thema Frau abgehandelt. Beispiele dafür sind die Debatten über das Kopftuch oder über Zwangsverheiratungen. ?ZusammenReden? geht der Frage nach, wie solche Diskurse unseren Umgang mit Integration beeinflussen ? auch in der Gemeinde Tulln.
Das Podium der Veranstaltung ist prominent besetzt. Neben Svitlana Schaffer vom RussischÖsterreichischen Kulturverein diskutieren Anna Prost von *peppa, dem Interkulturellen Mädchenzentrum der Caritas Wien, sowie die nigerianische Preisträgerin und Menschenrechtsaktivistin Joana Adesuwa Reiterer. Geleitet wird die spannende Debatte von der polnisch-österreichischen Politikwissenschaftlerin Ewa Dziedzic.
Alle Termine der Veranstaltungsreihe "ZusammenReden":
Di 15. März, 19 Uhr: Geschlechterverhältnisse und Integration. Podiumsdiskussion mit Svetlana Schaffer (Russisch-Östereichischer Kulturverein, Tulln), Anna Prost (*peppa, Interkulturelles Mädchenzentrum, Wien), Joana Adesuwa Reiterer (Menschenrechtsaktivistin Nigeria/Österreich, Wien)
Di 17. Mai, 19 Uhr: Religion und Integration. Podiumsdiskussion mit Pfarrer Nikolaus Vidovic (Tulln), Ersan Palaz (Türkisch-Islamische Kultusgemeinde, Wien), Dunja Larise (Politikwissenschafterin, European University Institute, Florenz)
Di 18. Oktober, 19 Uhr: Bildung und Integration. Podiumsdiskussion mit Mag. Montserat Arias-Casellas (Lehrerin für Spanisch, HLW Tulln), Vedran Dzihic, Politikwissenschafter Bosnien/Österreich, Johns Hopkins University, Washington D.C.), Simon Burtscher, Integrationsexperte, Vorarlberg)
So 20. November, 17 Uhr: Abschlussveranstaltung mit einer Lesung von Literaturpreisträgerin Julya Rabinowich.
Die Veranstaltungsreihe wird vom Land Niederösterreich, dem Bundesministerium für Inneres und dem Europäischen Integrationsfonds gefördert. Das detaillierte Programm sowie Informationen zu allen weiteren Veranstaltungen in Tulln finden Sie unter: www.zusammenreden.net/tulln.
Die Integrationsgespräche finden im Minoritensaal (Rathaus Tulln, Minoritenplatz 1) statt. Eintritt frei!
Aussender/ Rückfragen: Andreas Pimperl, Kulturamt, Stadtamt Tulln a. d. Donau, Minoritenplatz 1, 3430 Tulln, Tel 02272/690-112, andreas.pimperl@tulln.gv.at , www.tulln.at , www.facebook.com/tullnistschoener