Das Österreichisch-Tschechische Dialogforum veranstaltet im Mai in Brünn einen Block von Ausstellungen, Vorträgen und anderer Veranstaltungen zum Thema des Zusammenlebens der tschechischen und deutschen Volksgruppen in den tschechischen Ländern. Alle Veranstaltungen finden in tschechischer Sprache statt. Siehe auch www.spolecnaminulost.cz
9. 5. Vernissage der Ausstellung Brnenská Ringstraße, vídenská Okruzní (Brünner Okruzní, Wiener Ringstraße) 17.00 Klub Krmítko, FSS MU, Jostova 10 (die Ausstellung dauert bis Mitte Juni)
In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts verlor Brünn das Statut einer Festungsstadt und erledigte sich endlich der Stadtmauer, an deren Stelle nach dem Vorbild der Reichshauptstadt eine prachtvolle Ringstraße entstanden ist. Das Konzept der Ringstraße schließt im gleichen Maß das Wohnen, die öffentliche Infrastruktur sowie Grünflächen ein. Die Ausstellung erinnert auf das Vermächtnis Theophil Hansens, Ludwig Försters und anderer.
10. 5. Das Verwischen der Grenze, 17.30 Uhr, Klub Krmítko, FSS MU, Jostova 10
Die Koordinatorin grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Raum Mikulov (Nikolsburg) Marcela Effenbergerová, der tschechisch-österreichischer Lehrer Gerhard Grubeck und der Manager Erich M. Posch, der in der Tschechoslowakei die stürmischen Jahre der wirtschaftlichen Transformation miterlebte, tragen durch ihre oft überraschenden Einsichten zu der Diskussion über den Wandel tschechischer Gesellschaft nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bei. Was in der Grenzregion aus dem Stacheldraht und der Maschinengewährtürmen übrig geblieben und was ist in den letzten Jahren außer Gipszwerge und Bordells entstanden?
24. 5. Gespräch mit Zeitzeugen der Vertreibung, 18.00 Uhr, Klub Krmítko na FSS MU, Jostova 10
Ein Abend mit den Zeitzeugen deutscher Nationalität über die Befreiung Brünns und das folgende Geschehen. Ob sich tatsächlich jeder, der zuhause gerade deutsch gesprochen hatte, von der Wiege aus an den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligte? Über das Leben im deutschen Exil werden Menschen erzählen, die das Wort "ausliquidieren" auf eigener Haut erlebt haben.
26. 5. Jak na kostlivce aneb O zátezích minulosti (Wie mit den Kellerleichen oder Über die Lasten der Vergangenheit), 16.00 Uhr, Begegnungszentrum, Jana Uhra 12
Der österreichisch-tschechischer Historiker Niklas Perzi und der Initiator etlicher grenzüberschreitender Projekte Premysl Janýr über den Wandel in der Geschichtswahrnehmung im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung des mitteleuropäischen Raums. Wie ist die Vergangenheitsaufarbeitung in der BRD, in Österreich vorangegangen, die Entwicklung der Odsun-Wahrnehmung in der tschechischen Gesellschaft oder die Schwierigkeiten, das Thema im Geschichtsunterricht anzugehen sind die Themen der Podiumsdiskussion in dem Begegnungszentrum der deutschsprachigen Minderheit in Brünn.
28. 5. Gedenkmarsch nach Pohorelice (Pohrlitz) in den Fährten der Vertriebenen, Treffpunkt um 10.00 im Garten der Augustinianer Abtei am Mendlovo námestí (Mendelplatz)
Der Gedenkmarsch wird von den Zeitzeugen der Nachkriegsvertreibung im Areal der Augustinianer Abtei eröffnet. Danach begibt er sich nach der historischen Route über Modrice (Mödritz), Rajhrad (Raigern) und Ledce (Laatz) zu dem Kreuz am Massengrab der Opfer des Sammellagers Pohorelice, wo die Teilnehmer um neunzehn Uhr ankommen.
Aussender: Österreichisch-Tschechische Dialogforum, www.a-cz-dialog.net