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Infos der Kulturvernetzung Niederösterreich

Sensationeller Auftakt für ?Home Sweet Home?,

einem multimedialen Theatererlebnis in Gmünd !

Vor ausverkauftem Haus präsentierten 20 SchülerInnen aus Gmünd, Zwettl, Horn und Krems am 5. Mai ihren Beitrag für Macht | schule | theater, einer Initiative des Unterrichtsministerium in Kooperation mit SZENE BUNTE WÄHNE, zum Thema Gewalt und Gewaltprävention. Höchst konzentriert und erstaunlich facettenreich in ihrem Spiel entwarfen sie das Bild einer Gruppe ausgegrenzter Jugendlicher, die in einer alten Fabrikhalle eine Parallelgesellschaft aufbauen. Liebe, Zärtlichkeit, Anerkennung sind die Werte, die ihnen ihr altes Umfeld verwehrte, und die sie einander geben wollen. Doch die alten Verletzungen und die Wut über die ?Anderen? sitzen zu tief und gipfeln in gnadenlose Verfolgung und Vernichtung von Vertretern der ?alten Welt?. Das Fabrikgelände Eisenbergerhalle mit seinem morbiden Charme bildet den perfekten Rahmen für die Geschichte, die Assoziationen zum Film ?Die Welle? oder den Roman ?Herr der Fliegen? erweckt. Ausgangspunkt für Regisseur Karl Wozek und seinem Assistenten Charly Vozelinek waren immer die Jugendlichen, die den Inhalt und die Richtung in allen Belangen selbst bestimmten. Sogar die musikalische Umrahmung wird von den Schülern live auf der Bühne dargeboten. Das Premieren-Publikum, darunter BR Martina Diesner-Wais und der Gmündner Bgm. Otto Opelka , das zu Beginn über einen Nebeneingang durch Räume mit düsteren Klang- und Lichtinstallationen in die Halle geleitet wird, wird nicht geschont und einigen ist die Betroffenheit nach dem langen Schlussapplaus ins Gesicht geschrieben. Trotzdem sind sich alle einig darüber, dass hier eine großartige Leistung und ein Gesamtkunstwerk auf höchst-professionellen Niveau geboten werden. Auch die künstlerische Leiterin und der Geschäftsführer von SZENE BUNTE WÄHNE, Johanna Figl und Michael Krbecek, zeigten sich vom jungen Ensemble tief beeindruckt! Ein kleines Theaterwunder und vielleicht sogar der eine oder andere Schauspielstar der Zukunft warten in Gmünd darauf entdeckt zu werden! Bis 14. Mai! Restkarten unter 02982/20 202, www.sbw.at!

Am 4. Mai fand in dieser Kulisse eine Podiumsdiskussion zum Thema ?Häusliche Gewalt ? Zivilcourage? statt. Zu Beginn wurde mit Szenenausschnitte aus ?Home sweet Home?, teils live gespielt, teil filmisch dargebracht, an das Thema herangeführt. Die Podiumsgäste, sichtlich berührt und aufgerüttelt durch die professionelle Spielweise der Jugendlichen, lieferten eine hochspannende Diskussion! Dr. Philip Streit, bekannter Jugendpsychologe, brach eine Lanze für neue Autorität als beste Gewaltprävention. ?Stärke statt Macht? ist sein Credo! Dazu zählen Wertschätzung, Gespräche, Präsenz im Sinne von Zuversicht im Umgang mit Jugendlichen sowie die Bereitschaft, sich mit den Lebenswelten der Jugend, aus denen Computerspiele und Social Networks nicht mehr wegzudenken sind, auseinanderzusetzen. So durchbricht man seiner Meinung nach die Spirale vom jugendlichen Ringen um Anerkennung, der Ablehnung durch Erwachsene und noch extremeren Aktionen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. Auch Mag. Alexander Pfeiffer vom Department für Game Studies der Donau-Uni Krems plädierte dafür, den Kontakt nicht abreißen zu lassen und sich mit den Computerspielen oder den Internetaktivitäten der Kids zu beschäftigen.
Frau Mag. Henriette Höfner von der NÖ Fachstelle für Gewaltprävention, stellt in ihrer beratenden Tätigkeit eine zunehmende Hilflosigkeit der Lehrer neuen Medien gegenüber fest, da beinahe jeder zweite Lehrer in NÖ über 50 ist und nicht mehr mit der sich rasend schnell entwickelnden Welt der Computertechnik Schritt halten kann. Es kommt zu einem Kompetenzverlust der Eltern- und Lehrergeneration gegenüber den ?Digital Natives?, (Zitat Pfeiffer) den heutigen Jugendlichen, die mit Facebook, Smart Phones, etc. aufwachsen, meinte auch Frau Mag. Martina Kainz, Pädagogin an der BHAS/BHAK Zwettl. Und auch sie trat ein für einen konsequent-wertschätzenden Umgang mit auffälligen Jugendlichen als manchmal sehr schwierig umzusetzendes, aber einzig hilfreiches Mittel, Gewalt zu verhindern bzw. einzudämmen. Auf Aufklärung der Jugend darüber, wo Coolness endet und eine Straftat beginnt, und darüber dass es moralische Grenzen gibt, setzt die Exekutive nach Angaben von Kommandant Stv. Martin Noschil der Polizeiinspektion Gmünd. Lisi Kerndl und Joachim Schübl, zwei Protagonisten von ?Home Sweet Home?, gaben spannende Einblicke in die Entstehung ihres Werkes.

Einig waren sich die Diskutanten unter der Leitung von Elisabeth Scharang, Filmregisseurin und FM4-Moderatorin, dass unsere Gesellschaft wieder mehr Zivilcourage brauche und darin die Chance für die Zukunft liege. Wenn wir alle nur warten, dann ändere sich nichts! Dr. Streit: ?Engagement für andere macht nachhaltig glücklich und zufrieden! Seien Sie couragiert und interessiert, die Jugendlichen werden Sie dafür lieben!?

Ein erster Schritt in die Lebenswelt von Jugendlichen kann der Besuch von ?Home Sweet Home? sein. Bis 14. Mai in der Eisenberghalle Gmünd! Restkarten und Infos unter 02982/20 202, www.sbw.at! Weitere Infos unter www.machtschuletheater.at

Fact & Figures:

Home Sweet Home, eine Eigenproduktion von SZENE BUNTE WÄHNE mit SchülerInnen von Gymnasium Gmünd, BG/BRG Gmünd, ALW Gmünd, Borg Krems, HLW Zwettl, BG/BRG Horn, SHS Zwettl, ist der Beitrag aus Niederösterreich zu Macht | schule | theater ? ein Projekt im Rahmen der Initiative ?Weiße Feder ? Gemeinsam gegen Gewalt? des BMUKK in Kooperation mit Kulturkontakt Austria und DSCHUNGEL WIEN.

Regie & Buch: Karl Wozek, Regieassistenz & Schauspielcoaching: Charly Vozelinek, Produktion: Peter Cerny, Technik: Matthias Huppmann, Video: Karl Wozek & subetasch, Sound & Visuals: subetasch, Spiel- und Schreibwerkstatt: Martin Bernhard, Stefanie Boigenzahn, Sevde Evci, Chrissi Hauer, Melanie Haumer, Julie Illetschek, Michael Kerndl, Lisi Kerndl, Theresa Lechner, Judith Mahler, Eva Maspoli, Sophie Röhrenbacher, Nele Schnabl, Joachim Schübl, Anna Schwingenschlögl, Sonja Spindler, Fiona Talkner, Denise Tüchler, Nadine Zermann & Michele Zimmermann

Spielort: Fabriksgelände Eisenbergerhalle, Litschauerstr. 23, 3950 Gmünd
Premiere: 5. Mai 2011, 19.00 Uhr
Weitere Termine: 6., 13. Mai 2011, 10.00 und 19.00 Uhr / 9. Mai 2011, 10.30 Uhr / 10., 12. Mai 2011, 10.00 Uhr/ 14. Mai 2011, 19.00 Uhr

Round-table Diskussion ?Gewaltfreies Haus? in Kooperation mit Waldviertel Akademie fand statt am 4. Mai 2011, 19.00 Uhr, Fabriksgelände Eisenbergerhalle, 3950 Gmünd
Am Podium: Dr. Philip Streit, Psychologe Institut für Kind, Jugendliche und Familie, ein Vertreter der Polizei Gmünd, Mag. Alex Pfeiffer, Fachbereich Applied Game Studies der Donau-Uni Krems, Frau Mag. Henriette Höfner, NÖ Fachstelle für Gewaltprävention, Prof. Mag. Martina Kainz, BHAS/BHAK  Zwettl, Karl Wozek, Regisseur HOME SWEET HOME, Lisi Kerndl, Joachim Schübl, zwei junge DarstellerInnen des Theaterprojekts, Moderation:  Elisabeth Scharang, FM4

Mit freundlicher Unterstützung von: BMUKK, Land Niederösterreich, Stadtgemeinde Gmünd, WWV Partner SteuerberatungsGmbH, Agrana, Backhausen, Bank Austria, Bäckerei Döller, Mokesch Bau, NÖ Versicherung, Raiffeisenbank Oberes Waldviertel, subetasch, Sole-Felsen-Bad, Waldviertler Kinos, XXXLutz. Mit besonderen Dank an: Bibliothek der Provinz

Nähere Informationen & Reservierungen: SZENE BUNTE WÄHNE, Wienerstraße 2, 3580 Horn, Tel 02982/20 202, office@sbw.at , www.sbw.at , www.machtschuletheater.at

Pressekontakt: Mag. Ilse Donabaum, Tel 0676/703 8 707, ilse.donabaum@gmx.at

Aussender: SBW Szene bunte Wähne, www.sbw.at

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