Die Künstlerin schafft sich für ihre Arbeiten zunächst möglichst leere Spiel- oder Bewegungsräume, in denen nichts anderes bestehen bleibt als die reine Möglichkeit eine bestimmte Tätigkeit auszuüben (z.B. die Bewegung der zeichnenden Hand über einem Blatt Papier). Die Arbeiten selbst sind Konzentrationen auf solche Tätigkeiten, die für sich beginnen, Form und Struktur zu gewinnen. Ob die Bewegungen bleibende Spuren hinterlassen (wie im Falle der Bewegung der zeichnenden Hand) oder ob sich die Spuren wieder verwischen hängt von der Art des Raumes und vom Medium ab. Wenn Spuren bleiben so beeinflussen sie die Möglichkeiten weiterer Bewegung, aber immer geht es um die Struktur des Prozesses und nicht um die bleibenden Spuren selbst (Zeichnungen, Objekte). Beziehungsweise, wenn Spuren zurückbleiben, so dienen sie dazu, den Prozess der Bewegung zu wiederholen oder dauerhaft sichtbar zu machen. Die Arbeiten sind Bewegungen ohne Beweggrund. Es gibt keine der Tätigkeit ehrlichen Motive oder Motivationen. Motorische Fähigkeiten genügen, um die Bewegung in Gang zu bringen, aber umso weniger die Bewegung zweckgerichtete Handlung ist, um so mehr eröffnet sich die Möglichkeit des rein formalen Spiels. Die Arbeiten befassen sich aber auch damit, diese Art des künstlerischen Verfahrens zur Sprache zu bringen und mit theoretischen (konkret erkenntnistheoretischen) Fragen in Beziehung zu setzen. Zudem lässt sich die beschriebene Differenzierungsarbeit als kunstimmanente epistemologische Methode verstehen, die analog zur Verfeinerung eines Begriffssystems Erkenntnisgewinn durch Komplexitätssteigerung erzeugt.
24. Juni 2011, 19.00 Uhr
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