EINTRITT: EUR 8,-, ERMÄSSIGT: EUR 6,-
WEIN UND KULINARIK: www.winzerhof-ramoser.at
INFOS: www.ulnoe.at bzw. 02732/72 884
Die großen Emotionen liegen häufig recht dicht beieinander – und so möchte sich dieser vielversprechende Abend auch verstehen, der von ausgesprochen interessantem literarischem wie musikalischem Personal bestritten wird: Die gebürtige Weißrussin Valzhyna Mort bietet ihre mit emotionaler Wucht und sprachlicher Grandezza aufgeladenen Gedichte an – Vexierbilder einer Jugend in einer ehemaligen Sowjetprovinz, Christoph Mauz, unwiderstehlicher Darsteller mit Komödiantenblut, Kinderbuchautor und Mundart-Könner performt sich durch ein erstaunliches Oevre, „Nordlicht“ Sleepy Jay greift in die Saiten der Blues-Rock-Beat-Gitarre. Das alles im zauberhaften Ambiente des Hellerhofes, der dem ULNÖ für einen Sommerabend das Gastrecht einräumt.
Der Hellerhof stellt mit dem Hauptgebäude, der modernen Pfarrkirche St. Altmann und der alten Kapelle Johannes des Täufers, das Pfarrzentrum und den Sitz der Pfarre Paudorf-Göttweig dar und liegt im mittleren Fladnitztal am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes, südlich des Benediktinerstiftes Göttweig.
Valzhyna Mort / Weißrußland
Die Lyrikerin wurde in Minsk geboren und arbeitet neben ihrer Autorinnentätigkeit auch als literarische Übersetzerin aus dem Englischen und Polnischen. Aufgewachsen in der ehemaligen Sowjetunion, beschäftigte sich Valzhyna Mort erst als Jugendliche mit der weißrussischen Sprache, die nicht gefördert und als Idiom des "niederen Volkes" abqualifiziert wurde. Nach Abschluß eines Anglistik-Studiums in Minsk verließ die Autorin Weißrußland und lebt seit 2005 in Washington, seit 2009 lehrt sie Lyrik an der University of Maryland. Morts Lyrikband Factory of Tears (Washington 2008) stellt das bislang erste Buch dar, welches in englisch-weißrussischer Version erschienen ist. Die deutschsprachige Übersetzung Tränenfabrik liegt seit 2009 bei Suhrkamp vor. Aus dem Weißrussischen von Katarina Narbutovic unter Mitarbeit von Elke Erb.
Christoph Mauz
Gebürtiger Wiener und mittlerweile Wahlniederösterreicher und Sleepy Jay, Nordlicht mit Wohnsitz in Stockerau, verbindet eine langjährige Zusammenarbeit und das stetige Ausloten unterschiedlicher künstlerischer Genres, in denen sich beide bewegen.
Mauz im O-Ton:
Was macht der Bluesman (der eigentlich ein Dichter ist!), wenn er die Inspiration sucht? Richtig! Er geht hinaus in die Welt, verschanzt sich dort hinter einem Bierglas und sammelt Geschichten von Himbeerbuben, Hunderln und ihren Besitzern, von heimwehgeplagten Leopoldstädtern, dämonischen Schutzhauswirtinnen, einsamen Grillhühnern, pensionsgeschockten Postlern, von tragischer Liebe und dem Leben als solchem. Sobald sie gefunden ist, die Inspiration, und weil der Bluesman das Leben erwiesenermaßen lieb hat erhebt er seine Stimme und erzählt und besingt er all dies für das p. t. Publikum. Übrigens schreibt die renommierte Zeitschrift "Concerto" über Mauzens Album "Himbeerbua", erschienen 2007 bei der "Extraplatte": "Weltverdruss auf Original, wunderbar, selten so viel gelacht!"
Sleepy Jay im O-Ton:
Norden heißt musikalisch gedacht Shanties, Seemannslieder, Freddie Quinn, das Grosse Fernweh. Es heißt aber auch Hamburg, Reeperbahn, Grosse Freiheit, dort, wo Blues und Rock'n'Roll im Gewand der Beatmusik an Land gingen, aus einer anderen großen Hafenstadt kommend, aus Liverpool, England. Von dort ging dieser Sound nach ganz Mittel-Europa ... Das ist die musikalische Urbrühe, von der der Musiker Sleepy Jay genährt wurde. Deshalb passt bei ihm alles in einen großen Topf: Blues und Swing, Country und Folk, Seemannslieder und ein paar alte Schlager. Ein Trip zurück in die Zeit, als das Wort Computer niemandem etwas sagen konnte, schon gar nicht in Zusammenhang mit Musik.
Aussender: Wolfgang Kühn, dummail@gmx.at