Vortrag von THOMAS HIRSCHHORN "Mein Begriff von Kunst im öffentlichen Raum"
anschließend Diskussion mit der Kunstkritikerin Nicole Scheyerer
Donnerstag, den 24. November 2011, um 19.00 Uhr
im Kunstraum Niederoesterreich, Herrengasse 13, 1010 Wien
Im Winter 2011/2012 wird die erfolgreiche Reihe "Gespräche zur Kunst im öffentlichen Raum" im Kunstraum Niederoesterreich in Wien fortgesetzt. Von der kunsthistorischen Bedeutung feministischer Ansätze Ende der 60er Jahre über solche der Kunstvermittlung bis hin zur Rolle der Kunst in Bezug auf urbane Entwicklungen beleuchtet die Gesprächsreihe den Themenkomplex "Kunst im öffentlichen Raum" aus unterschiedlichen Blickwinkeln relevanter KünstlerInnenpositionen und namhafter ExpertInnen. Im Winter 2011 führt der Vortrag des Künstlers Thomas Hirschhorn und der anschließende Austausch mit der Kunstkritikerin Nicole Scheyerer und dem anwesenden Publikum den Diskurs weiter.
Der in Frankreich lebende Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn wurde vor allem mit seinem Beitrag für die Documenta 11 in Kassel 2002 international bekannt. Seine Monumente zur Erinnerung an Philosophen wie Gilles Deleuze oder George Bataille zeigten neue Ansätze zur Auseinandersetzung mit philosophischen Positionen und ihren Gedankenwelten. Nicht nur Hirschhorns formale Umsetzung, die immer temporär ist, sondern auch die Positionierung der Arbeiten abseits von städtischen Zentren in meist sozial schwachen Bezirken sowie die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung stießen auf großes Interesse und gleichzeitig auf heftige Kritik.
Thomas Hirschhorn hat seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit um 1990 zahlreiche Arbeiten im städtischen Außenraum realisiert. Diese reichen von der Verteilung seiner Collagen mit dem Titel "Fifty-Fifty" an PassantInnen oder deren Positionierung neben weggeschmissenen Gegenständen, über den Verkauf von Fan-Artikeln bedeutender LiteratInnen auf Straßenmärkten bis zur Erweiterung seiner institutionellen Ausstellungsbeiträge in den Stadtraum. Für den Künstler steht nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, Arbeiten in verschiedenen Kontexten unterschiedlichen BetrachterInnen vorzustellen. Weiters sieht er den vor allem seit den 1990er Jahren breit praktizierten Ansatz der partizipativen Kunst problematisch und zieht es vor, demgegenüber von einer gegenseitigen Konfrontation zu sprechen.
Für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich ist neben dem breiten Spektrum an realisierten Arbeiten gerade sein immer wieder heftig diskutierter Zugang zu dem Genre "Kunst im öffentlichen Raum" Anlass, ihn zu einem Vortrag einzuladen und die Diskussion fortzusetzen.
Im März 2012 folgt ein von Lorenz Seidler (eSeL) kuratierter Abend zum Potential des digitalen Raums für die Entwicklung von Öffentlichkeit. Ausführliche Informationen zu dem zweiten Gesprächsabend, der am 15. März stattfindet, folgen im Februar 2012.
Eine Veranstaltung von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Niederoesterreich.
Weitere Informationen unter www.publicart.at oder www.kunstraum.net
Aussender: Zadrazil Martina (K1), Martina.Zadrazil@noel.gv.at