Lamento über balancierende Banker, im Gleichklang stürzende Jäger und in der Dämmerung schweigsame Göttinnen
Auf großformatige Leinwände, in bewegter, farbstarker Malerei thematisiert Minna Antova in neuen Arbeiten EDEN – HORTUS PARADISI/gierig
Aus dem Paradies gefallen sind die Menschen schon vor sehr langer Zeit. Als die Gier sie packte, als sie immer mehr als alle anderen haben und diese Besitzgier mit Gewalt durchsetzen wollten.
In kraftvollen, vibrierenden Farben – Ultramarinblau, Orange, Rot, Türkis – bannt Minna Antova ihre Fantasien auf die Leinwand, wechselt von großer Geste zu ironischen Zeichen. Sie setzt insektenartige Figuren ein, die an frühgriechische Vasenmalerei erinnern. Doch die Zeichen gehen mit der Zeit. So flattert nun auch ein roter Hubschrauber wie eine Libelle über die Leinwände. Und die große Farbgestik ist abgeleitet von Infrarot-Satellitenaufnahmen der Abholzung von Regenwäldern.
Die Zeichen sind vieldeutig. Die schwarze, tosende Welle, auf der das Argonautenschiff schaukelt, kann ein Symbol für die aus der Kontrolle geratene Natur sein. Oder auch Abbild des Finanzmarkts. Die Macht der Finanzwellen reißt Schiffe in den Abgrund. Die Göttinnen verstummen. Jäger und Krieger proben den Höllensturz. Und nehmen nebenbei ein paar Banker mit. Die Zeichen waren an die Wand gemalt. Doch wer sich die Ohren verpickte, die Augen verband, den Mund verklebte, konnte die Zeichen nicht wahrnehmen.
Kardinal König Haus, Kardinal-König-Platz 3, 1130 Wien
Öffnungszeiten: Montag 10.00 – 20.00 Uhr, Samstag 10.00 – 17.00
Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 2012
Kontakt: www.minnaantova.com
Aussender: minna antova, www.minnaantova.com , minna.antova@aon.at , Mag. art. Minna Antova, Bahngasse 10, 2500 Baden