TRANSFLAIR präsentiert: Philipp Blom & Franz Schuh
Beginn: 20 Uhr
Ort: Literaturhaus NÖ - Steiner Landstraße 3, 3504 Krems / Stein
Karten: www.ulnoe.at bzw. 0664 / 4327973
Ob die radikale Variante der Aufklärung in unserer heutigen europäischen Gesellschaft irgendwie zur Geltung kommen könnte, mag bezweifelt werden. Es scheint eher so, dass sich auch die meisten Geistesmenschen eher einem modernen Spießbürgertum verschrieben haben und Salonformen pflegen. Entsprechende historische Entwicklungen hat der aus Hamburg stammende Philipp Blom unter die Lupe genommen und damit auch auf unsere Aktualitäten verwiesen, deren Hintergründe und Vorderseiten der Wiener Franz Schuh auf seine unvergleichliche Art schildert, mit Fragen versieht, in ungewöhnliche Zusammenhänge stellt. Die beiden grandiosen, gewitzten Essayerzähler sind für ihre fundierten Einmischungen ebenso bekannt wie für ihre kurzweiligen Auftritte. Sie lesen und sprechen miteinander über Möglichkeiten, Herausforderungen, Hoffnungslosigkeiten einer philosophischen, einer intellektuellen und literarischen Position unter den heutigen Bedingungen.
Philipp Blom wuchs in Hamburg und in Detmold, Nordrhein-Westfalen auf. Nach Studien in Wien und Oxford promovierte er in Geschichte. 2001 verließ Philipp Blom Großbritannien und ließ sich in Paris nieder um sich ganz auf seine Bücher zu konzentrieren, seit 2006 lebt er gemeinsam mit seiner Frau in Wien. Zusätzlich zu seinen Büchern ist er journalistisch tätig und moderiert die Sendung „Von Tag zu Tag“ auf Ö1. Momentan arbeitet Philipp Blom an seinem Buch At Breaking Point – eine historische Übersicht über Kultur und Leben zwischen den Kriegsjahren in Europa und den Vereinigten Staaten. Philipp Bloms Buch Der taumelnde Kontinent wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis für das beste Sachbuch des Jahres 2009 ausgezeichnet, seine essayistischen und philosophischen Werke lesen sich gleichermaßen spannend wie seine Romane. Der Band Böse Philosophen. Ein Salon in
Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung wurde 2011 mit dem Gleim Preis ausgezeichnet sowie als Historisches Buch des Jahres 2011 vom Damals Magazin gekürt. Philipp Blom erzählt ein Kapitel europäischer Geschichte und bringt die radikale Variante der Aufklärung
wieder in Erinnerung, die eine Idee von einer wirklich menschlichen Gesellschaft hatte. Ein historisches Meisterstück und philosophisches Plädoyer zugleich.
Franz Schuh
Der Wiener Germanist und Philosoph, Literat, Taschenbuchkritiker und Krimispezialist, war Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung, Redakteur der Zeitschrift Wespennest, Leiter des essayistischen und literarischen Programms des Deuticke Verlags. Er erfüllt Lehraufträge an der Universität Klagenfurt und der Universität für angewandte Kunst in Wien, arbeitet für Rundfunk und überregionale Zeitschriften.
Seit Juni 2009 schreibt er die Kolumne „Verbrechen & Strafe“ im Magazin Datum und „redet sehr viel im Radioprogramm Ö1, unter anderem in seinem ,Magazin des Glücks‘.“ Mit renommierten Preisen ausgezeichnet (u. a. 2009 mit dem Essay-Preis Tractatus des Philosophicum Lech), ist Franz Schuh nicht nur ein produktiver Schriftsteller, sondern auch Garant für die Kombination von Geistesschärfe, präziser analytischer Sichtweise auf gesellschaftliche Prozesse und radikalem Witz. In seinem jüngsten Titel Der Krückenkaktus (Zsolnay 2011) legt er eine große Liebeserklärung an die Literatur vor: „Unabhängig von Moden und Genres stehen darin Erzählungen neben Essays und Gedichten, die der Frage des moralischen Urteilens und der Frage, was ‚gut‘ ist, nachgehen. Schuh, einer der luzidesten Denker der Gegenwart, erzählt von großen Geistern, kleinen Beobachtungen und ewigen Themen.“ (Verlagstext)
Klaus Zeyringer lebt in Angers (F) und in Wien, Professor an der Université Catholique de L‘Ouest, Kritiker für Standard, Volltext, Literatur und Kritik. Zudem Experte für Fußball und Karl Valentin; Bücher, zuletzt: Österreichische Literatur seit 1945 (2001); erweiterte Neuauflage 2008 (Studienverlag); Ehrenrunden im Salon. Kultur – Literatur – Betrieb. Essay (2007).
Aussender: Wolfgang Kühn, T: 0664 / 4327973, www.ulnoe.at