Von 24. – 28. Mai 2012 findet die erste nachhaltige Kunst- und Kulturwanderung entlang der Wiener Hochquellwasserleitung statt. wasser weg? betitelt sich die Initiative, die das öffentliche Interesse auf das kostbarste aller Güter lenkt.
„Mich ließ der Gedanke nicht los, wie man mit dem Privileg sauberes Trinkwasser jederzeit aus der Leitung zu bekommen, umgeht“, unterstreicht Projektkoordinatorin Martina Könighofer die globale Perspektive der Initiative. In einer Broschüre fand sie den Hinweis, dass ein Wassertropfen von der Quelle bis nach Wien etwa genau so lang benötigt, wie wenn man die 100 km zu Fuß bewältigt. Das waren die Ausgangspunkte für die Idee, den gesamten Weg von der Quelle in Kaiserbrunn (Raxgebiet) bis zum Wasserturm in Favoriten während der Pfingstfeiertage abzugehen.
wasser weg? im doppelten Wortsinn, ist für viele Menschen auf diesem Planeten die tägliche Realität. Die globale Wasserknappheit bedroht das Leben von mehr als einer Milliarde Menschen.
Im Zuge der Vorbereitungen für wasser weg? erzählt Bisrat Melaku-Wolde aus Äthiopien, wie sie als Jugendliche Wasser getragen hat. 20 Liter im Kanister, hin und wieder zurück, hin und wieder zurück. Die in Wien lebende Künstlerin wird Rahmen des Projektes mit einer künstlerischen Intervention auf die Zusammenhänge zwischen ihrer Heimat und Österreich verweisen. Die Aktivitäten entlang der Hochquellwasserleitung reichen von Musik mit wassergefüllten Kalebassen von Musikern aus Burkina Faso bis zur Lesung von wasserbezogenen Texten aus aller Welt. Kenianische Jugendlichen aus einem Armenviertel in Nairobi zeigen, wie sie mit Kunststücken und Tanz ihre Lebenssituation bewältigen.
„Durch die künstlerische Inspiration und den sich am Weg entwickelnden Gesprächen, sowie durch Anregungen aus der Natur wollen wir Alternativen zu der resignativen Haltung entwickeln, die wir angesichts katastrophaler globaler Trends oft einnehmen“, betont Könighofer. „Die Wasserwanderung soll einen Monat vor der großen UN-Umweltkonferenz in Rio ein sichtbares Zeichen für schonenden Umgang mit Ressourcen und für eine gerechtere Weltwirtschaft setzen“, ergänzt sie.
Anlässlich der bevorstehenden Konferenz Rio+20 schlossen sich in Österreich eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, die sich in den kommenden Wochen und Monaten aktiv für eine glaubwürdige und konsequente Umwelt- und Entwicklungspolitik stark machen. www.rioplus20.at.
Die Städte und Gemeinden am Weg von Reichenau an der Rax bis Mödling beteiligen sich aktiv an der Realisierung und Umsetzung der Programme und rufen zur Teilnahme auf. Das als „grüner Event“ konzipierte Projekt wird von den Städten und Gemeinden am Weg ch und von zahlreichen Kooperationspartnern und Fördergebern unterstützt.
Aussender/Infos: watzl@vidc.org, T: 01-713 35 94-92, www.wasser-weg.at , www.kultureninbewegung.org