In den Indignad@s- und Occupy-Bewegungen des Jahres 2011 lässt sich deutlich ein neuer Schub repräsentationskritischer Praktiken erkennen: Es wurden und werden nicht nur herrschende Stellvertretungen für inakzeptabel erklärt, sondern auch bestehende Formen von Darstellung und Vorstellung des Politischen hinterfragt. Kritik an Repräsentation stellt grundsätzlich weit mehr als die Frage danach, ob bestimmte Wirklichkeiten angemessen abgebildet sind. Das weiß auch der kunsttheoretische Diskurs, in dem spätestens seit den 1990er Jahren die Beziehungen zwischen verschiedenen Repräsentationen und ihr Verhältnis zu Macht und Subjektivierungen im Fokus stehen. Kunstproduktion und Ausstellungspraxis sind in eine postrepräsentationale Phase eingetreten, in der Tat, Praxis und Performance (wieder) in den Vordergrund treten: dass etwas geschieht. Für Kunstproduktion und Bewegungspraxis sind die Grundlagen und Effekte der postrepräsentationalen Situation aber gleichermaßen umkämpft. Diesen Umkämpftheiten widmet sich die Ausgabe des Bildpunkt.
Inhalt des aktuellen Bildpunkt ::
Isabell Lorey: Occupy - Exodus der Beliebigen aus der juridischen Demokratie
Cuauhtémoc Medina: Legitimationen herstellen und unterlaufen.
Repräsentation zwischen Kunst und Politik
dass etwas geschieht: im Gespräch "... die Realität einem Update zu unterziehen." Gespräch mit Asli Kislal und Johanna Schaffer.
Vlatka Frketic "Wir reden für uns selbst" ist nicht die Antwort
Nora Sternfeld: Dass etwas geschehen kann ... Postrepräsentatives Kuratieren
Yvonne Volkart: Spielen und eröffnen. Politische Kunst nach der Repräsentationskritik
Martina Ruhsam: Jenseits von Konsens, Gleichheit und Utopie: Neue Formen der Kollaboration
Jens Kastner: dass etwas geschieht im Buch
Carlos Toledo: Zur Schrift: Korolev
Poster: Igor Grubic
Rückseite: Marika Schmiedt
Bildstrecke: Ultra-red
Sylvia Köchl: Faire Bezahlung! Urlaub! Recht auf Krankenstand! Freie ORF-Mitarbeiter_innen organisieren sich gegen prekäre Beschäftigung
Daniela Koweindl: Künstlerin klagt Galerie. Und gewinnt!
ERRATUM: Auf Seite 19 im Text von Daniela Koweindl hat sich im letzten Satz des zweiten Absatzes ein Fehler eingeschlichen. Logisch richtig ist selbstverständlich das Gegenteil des Satzes "Soweit so ungewöhnlich." (Ergo: "Soweit nichts Ungewöhnliches.")
Heftpräsentation: Freitag, 4. Mai 2012 um 19 Uhr, Ort: IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien. Eine Veranstaltung zur Finissage der Mitgliederausstellung "Special Edition" in der Galerie IG Bildende Kunst www.igbildendekunst.at/kunst/ausstellungen-2012/special-edition
Bildpunkt: Jede Ausgabe widmet sich einem Themenschwerpunkt. Zentral sind dabei ästhetische, aktivistische und theoretische Strategien samt ihrer gegenseitigen Verschränkungen und Überschneidungen. Redaktion: Eva Dertschei, Jens Kastner (Koordination), Daniela Koweindl, Nora Sternfeld, Carlos Toledo
Versand-Abos sind zum Kostenbeitrag von EUR 12,- (Österreich) bzw. EUR 16,- (außerhalb Österreich) pro Jahr über die IG Bildende Kunst zu beziehen. Bildpunkt bestellen: IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien, office@igbildendekunst.at, Tel +43 (0)1 524 09 09
Aussender: Bildpunkt - Zeitschrift der IG Bildende Kunst www.igbildendekunst.at/bildpunkt, Bildpunkt ist Partner von http://linksnet.de, Bildpunkt Kooperation mit http://derstandard.at