Melodrama bei Kerzenlicht " E N O C H A R D E N "
op. 38 von Richard Strauss nach einer Ballade von Alfred Lord Tennyson
Elisabeth Joe Harriet, Rezitation
Robert Pobitschka, Klavier
Reservierungen unter Kerzenlicht-Konzerte@hotmail.com oder 0650-53 29 909
Kritik in "Der Neue Merker" vom März 2012
SCHLOSS ALBECK/ Gurktal/Kärnten: ENOCH ARDEN – Melodram von Richard Strauss
SCHLOSS ALBECK / Gurktal/ Kärnten: ENOCH ARDEN (Richard Strauss/Alfred Lord Tennyson) auf Schloss Albeck – 11.3.2012
Versetzen Sie sich bitte in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts, in eine Zeit ohne elektrischen Strom und Autos, ohne Radio und Schallplatte, denken Sie an unzerstörte Natur und an Dimensionen der Stille, die uns abhanden gekommen sind, und lauschen Sie einer Stimme die bewegend und in mythischer Tiefe erzählt und einem Klavier, das in unvergleichbaren Farben die Erzählung iullustriert: Dann haben Sie eine Idee vom Zauber, der die Besucher umgab, die am 11. März in das Schloss Albeck kamen, das umgeben von den weiten Wäldern der Gurktaler Berge in Kärnten schon in einer anderen Welt zu liegen scheint.
Die Schauspielerin Elisabeth Joe Harriet und der Pianist Robert Pobitschka gaben an diesem Tag eine Aufführung des selten gespielten Melodramas Enoch Arden von Richard Strauss, komponiert nach einer Verserzählung von Alfred Lord Tennyson. Elisabeth Joe Harriet berührte die Zuhörer mit klarer und sehr gut strukturierter Sprache. Sie schickte die Anwesenden gemeinsam mit Enoch Arden, dem Helden der Erzählung, auf eine lange Reise, ließ sie gemeinsam mit dem Seemann einen Schiffbruch und eine um Jahre verzögerte Heimkehr erleben und vermittelte überzeugend die hohen, inneren Ideale, die in dem Werk zum Ausdruck kommen und aus einer Zeit stammen, in der die Menschen in unvergleichlich höherem Maß ihrem Gewissen verpflichtet waren. Weite Teile der Erzählung sind von Strauss meisterhaft mit Klaviermusik unterlegt, auch ein Vorspiel und einige Zwischenspiele sind vom Klavier zu bestreiten.
Robert Pobitschka bemühte sich bei der Wiedergabe des Klavierpartes, der die Geschichte poetisch und dann wiederum hochdramatisch mit musikalischen Mitteln unterlegt und dabei sämtliche Facetten Strauss’scher Musik aufbietet, um Transparenz und Klarheit. Sprache und Musik erschienen als homogener Körper, als gemeinsames Atmen der beiden Künstler. Der fulminante dramatische Höhepunkt am Ende gelang beiden wie aus einem Guss. Die bewegten Zuhörer danken mit viel Applaus.
Anton Cupak
Aussender: Robert Pobitschka, tritonus@tele2.at