Seit September 2009 dient das Klassenzimmer der ehemaligen Volksschule von Hardegg als Heimatmuseum der Stadtgemeinde Hardegg. Es ist ein Museum besonderer Art, das sich mit einer Fülle von Informationen und Exponaten auf engstem Raum auszeichnet. Die Idee des Guckkastens – und damit auch der Name des Museums – entstand durch die begrenzten Raumverhältnisse.
Die Ausstellung zeigt an den Wänden Schautafeln mit Bildern und Texten zur Geschichte der Stadtgemeinde Hardegg und zu verschiedenen Themenkreisen (Herrschaft, Bauern, Gewerbe, Eiserner Vorhang, Sommerfrische, Kultur, Geschichte der Katastralgemeinden …). Dazu sind passende Objekte von der Steinzeit bis heute in Vitrinen und Schaukästen zu sehen (archäologische Funde, historische Dokumente, Urkunden, Landkarten, Bücher, Gemälde, Fotografien, Münzen, Alltagsgegenstände, Hausrat, Werkzeuge, bäuerliche Geräte, Spielzeug, Möbel …).
Im Mittelpunkt steht der Guckkasten, ein Holzkubus mit vier Gucklöchern in verschiedenen Höhen. Per Joystick hat man die Auswahl zwischen sechs Fotopräsentationen (Historische Fotos aus der Stadtgemeinde Hardegg) und zwei Videokurzfilmen, »Nachtwächterwanderung in Hardegg« und »Schule«.
Im 3. Jahr des Bestehens gibt es eine neuen Schwerpunkt im Museum: Zum Thema »Schule« arrangierte die Gestalterin des Museums Rosi Grieder-Bednarik passende Objekte aus dem umfangreichen Museumsarchiv, ua. die Hardegger Schulchronik, sowie Geschenke von GemeindebürgerInnen, wie alte Schultaschen, Schreibmaterial, Bücher und Hefte. Alte Schulfotos und die Dokumentation einer Station des 2003 durchgeführten grenzüberschreitenden Schulprojektes »Leben im Dorf – Dorf(er)leben« komplettieren den Schwerpunkt, im Guckkasten ist dazu heuer neu der Videokurzfilm zu sehen, den ein damals 7-jähriger Schüler aufgenommen hatte, während die anderen Kinder ältere Leute zum Thema »Schule« interviewten.
Am Europatag, dem 9. Mai, besucht die Volksschule Hardegg-Pleissing das Museum, 45 Kinder werden gemeinsam mit einigen Omas und Opas spielerisch viel über »Schule früher« erkunden und erleben, zb. wie man früher geschrieben hat. Mit Hilfe eines Kinderfolders können sie bestimmte Objekte im Museum suchen und entdecken und sie werden eine selbstgestaltete Postkarte an sich selber aufgeben. Der Schulausflug wird gefördert durch die Aktion der Dorf&Stadt-Erneuerung »Stolz auf unser Dorf«.
Es gibt hier so viel zu schauen und zu lesen, dass es sich lohnt, öfters in die kleinste Stadt Österreichs Hardegg mit der kleinsten Galerie KULTUR•PUNKT HARDEGG, dem kleinen GUCKKASTENMUSEUM und dem kleinsten Nationalpark Österreichs zu kommen. Der Nationalpark Thayatal bietet ebenfalls Stadtführungen mit einem Museumsbesuch an, am Abenteuerspielplatz beim Nationalparkhaus können Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben.
Das Museum mit seinem Schwerpunkt »Schule« ist ein heuer ein besonders interessantes Ausflugsziel für Schulen, aber auch für Familien mit Kindern.
GUCKKASTENMUSEUM HARDEGG, 2082 Hardegg Nr. 36
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober, Samstag/Sonntag/Feiertag, 10–12 und 13–17 Uhr. Da das Museum von ehrenamtlichen Personen betreut wird, kann es sein, dass manchmal nicht geöffnet ist. Details erfährt man im Internet, im Nationalparkhaus und in der Gemeindekanzlei. Größere Gruppe, die eine Führung wünschen, werden ersucht, sich anzumelden.
Aussender / Infos: Mag. art. Rosa Maria Grieder-Bednarik, KULTUR.PUNKT HARDEGG, grieder-graphik@gem-net.at , www.kulturpunkt-hardegg.com , www.hardegg.gv.at