Prof. Dr. Markus Metka spricht über den Schönheitskult im Alten Ägypten. Welche Praktiken des Anti-Agings waren schon bei den alten Ägyptern bekannt und beliebt? Neben der Medizin erlebte auch die Kosmetik im alten Ägypten ihre erste Blüte. Viele überlieferte ägyptische Malereien zeigen, dass die ägyptischen Frauen gerne und reichlich in den Schminktopf griffen. Die ägyptische Hieroglyphe für Schönheit ist übrigens ein Auge mit einer stark geschminkten Braue. Schönheit ist also nicht nur etwas Naturgegebenes, sondern in erster Linie etwas von Menschen Gemachtes. Geradezu einem Kult der Schönheit frönte Ägyptens letzte und wohl schillerndste Herrscherin, Cleopatra VIII., die Cleopatra.
Ihr Regierungssitz Alexandria war im zweiten Jahrhundert vor Christus der intellektuelle Nabel der Welt. In der Bibliothek von Alexandria befand sich das gesamte Wissen der damaligen Zeit. Dazu hatte auch Cleopatra selbst ein Buch beigetragen – natürlich über Kosmetik. Leider ging ihr „Kosmetikon“ verloren. Überliefert ist allerdings, dass darin allein 18 Rezepturen zum Färben der Haare aufgelistet waren. Cleopatras ganz persönliche Anti-Aging Therapie ist weltberühmt und wurde Ziel mancher spöttischer Kommentare: Die Pharaonin badete täglich in Eselsmilch.
Das mag uns heute ein wenig seltsam vorkommen – aus medizin-kosmetischer Sicht war es zur damaligen Zeit die optimale Form von „skin rejuvenation“. Eselsmilch enthält nicht nur viele pflegende und rückfettende Substanzen für ausgetrocknete Haut, sie lädt diese darüber hinaus auch noch mit extrem wirkungsvollen Antioxidantien auf. So ist in Eselmilch Co-Enzym Q10 in hohen Konzentrationen vorhanden und gut bioverfügbar. Selbst die Chronobiologie stimmte perfekt: Cleopatra badet abends und pflegte damit nicht nur ihre Schönheit. Sie aktivierte das Anti-Schadstoffsystems ihrer Haut und wappnete die oberste Gewebeschicht für den nächsten Tag. Aber letztlich zählt natürlich nicht nur der Maßnahme an sich, sondern die damit erzielte Wirkung. Und auch diesbezüglich kann Cleopatra auf spektakuläre Erfolge verweisen. Wer mit Julius Cäsar und Mark Anton zwei der höchsten Repräsentanten des römischen Weltreichs in Folge verführte, der kann – was das ästhetische Anti-Aging betrifft – nicht allzu viel falsch gemacht haben.
Eintritt: Euro 3,- oder Euro 10,- (inklusive Eintritt in die Ausstellung "Mumien - Blick in die Ewigkeit" bis 19.00 Uhr)
Öffnungszeiten Di-So 10.00 – 17.00 Uhr, (letzter Einlass: 16.15 Uhr), an Feiertagen montags geöffnet. Info: MZM Museumszentrum Mistelbach, 2130 Mistelbach, Waldstr. 44-46, Tel 02572/207 19, Fax 02572/207 19 20, office@mzmistelbach.at , www.mzm.at
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