Der Nonseums-Zubau wir vor allem, vor allen und im besonderen eröffnet. Nach überstürzten Ankündigungen, Nerv zerrenden Verhandlungen, brodelnden Gerüchten und verworfenen Plänen ist es nun soweit: Das Nonseum mit Sitz im Weinviertler Herrnbaumgarten bekommt 350m² mehr Ausstellungsfläche! Genauer gesagt: Ein Architektur gewordener Anonymitätsbalken wird quer über die Österreichische Baugeschichte hereinbrechen wie Hagelblitz und Donnerschlag. Und weil Nonsens keine museale Erstarrung erlaubt, werden zurzeit sämtliche Museumswinkel freigestaubt, um die 378,5 genial unbrauchbaren Erfindungen und die neuen epochalen Weltverbesserungsvorschläge, die bislang in den Köpfen ihrer Erfinder zwischengelagert waren, frisch zu platzieren.
Die florale Pracht im Grünen jedenfalls ist gesät und ein echter Himmel nach kostenintensiven Renovierungsarbeiten installiert. Und das alles zu einem konkurrenzlosen Preis, um den anderswo höchstens ein Luftschloss aufgestellt wird. Das Land NÖ und die Gemeinde haben finanziert und der betreibende Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen all sein Erspartes beigelegt. Großteils. Die restlichen Gelder und Geldesgelder werden von wohl-betuchten, gerne auch halbseidenen Sympathisanten über die 1. offizielle Schmiergeldaktion Österreichs eingebracht (BLZ 32663, Konto 30239214). Danke
VON DER VORSCHAU ZUM UNABDINGBAREN RÜCKBLICK
Denn Ordnung muss sein, um Überblick zu wahren und aller Anfang ist leicht, wenn man ihn nur erkennt. Es war 1983 und begann mit einem mit Gulasch bekleckerten Tischtuch, das eine Kellnerin umdrehte und wieder verwendete. Fünf junge Herren - alphabetisch: David Staretz, Fritz Gall, Gottfried Umschaid, Peter Zott und Stefan Slupetzky - registrierten diese Handlung mit staunendem Interesse und kamen überein, ein würfelförmiges Tischtuch zu erzeugen, das man sechsmal wenden kann, ohne es einmal waschen zu müssen. Im Jahr darauf fand die „Erste österreichische Nonsens-Erfindermesse“ statt. 1991 kam es zur Gründung des Vereins zur Verwertung von Gedankenüberschüssen und im Lauf der Jahre konnte man feststellen, dass der VVG ein seltsames, buntes, klingelndes Werkl ist, bei dem zum Erstaunen aller dann noch etwas rauskommt.
1994 das Nonseum beispielsweise. Und das Nonseum war von Anfang an ein Erfolg: Geschätzte 108-tausend-und-7 Besucher bis gestern, zig nationale wie internationale Medienberichte. Von Beginn an eine gesuchte Anlaufstelle für geistige Rösselsprünge und selbst konstruierte Erfindungen mit besonders aufrichtigem Charakter – sie nützen wirklich niemandem, das aber sehr gewissenhaft und mit aller Liebe.
MIT GETÖSE VORWÄRTS GESTÜRMT UND EIGENTOR: IMMERHIN EIN TREFFER!
2009 wurden Obmann Friedl Umschaid und Vize Fritz Gall zum Würdigungspreis des Landes NÖ für Volkskultur und Kulturinitiativen geladen. „Wir üben uns in der hohen Kunst des Augenzwinkerns und wollen irgendwie irgendwo irgendwann irgendwem ein Lächeln entlocken.“, so die Geehrten. Ohne ihre Seele zu verkaufen, haben die beiden Überraschendes erreicht und all die Jahre eine Art kleine Weltmaschine betrieben, die bis zum heutigen Tag rund läuft. Vivat!
Das Nonseum ist von Palmsonntag bis Allerheiligen wochenends, feiertags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr und anfrags für Gruppen ab 10 Personen immer öfter geöffnet. Das sollte reichen. NEU: Besuchen Sie unseren gutbestuhlten Kinosaal!
Aussender / Infos: Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen, 2171 Herrnbaumgarten, Tel 02555/27 37, 0650/66 67 076, info@nonseum.at , www.nonseum.at