Abseits der Alltagshektik: Das Chopin-Festival bietet hochkarätige Konzerte und Zusammentreffen mit Künstlern in Barockbibliothek & Co
Fryderyk Chopins Musik einmal nicht in den Konzertsälen der großen Städte hören, sondern in einzigartiger Atmosphäre inmitten des Ötscherlands: Das bietet die Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien von 9. bis 12. August 2012 in der Kartause Gaming. Bereits zum 28. Mal treten namhafte Künstler auf, darunter Sándor und Adám Jávorkai sowie einer der größten Stars der Chopin-Welt, der Pianist Janusz Olejniczak. Als Konzertsäle auf Zeit dienen die Barockbibliothek und die Kirche des ehemaligen Kartäuserklosters. Das Festival wird auch international als eine der wertvollsten Veranstaltungen für Chopin mit festem Eintrag im Kalender des europäischen Musiklebens gesehen.
Gefühl der Verbundenheit
„In ein Konzert kann man in Wien auch gehen, aber die Kartause bietet eine einmalige Atmosphäre und Künstler und Publikum treffen auch im Restaurant und bei den Empfängen zusammen, weshalb ein besonderes Gefühl der Verbundenheit entsteht“, sagt Prof. Dr. Theodor Kanitzer, der Präsident der Internationalen Chopin-Gesellschaft in Wien. „Die meisten Besucher bleiben alle vier Tage und lassen sich ganz von der Musik einfangen. Unser Festival ist ein kultureller Höhepunkt für die Gegend geworden.“ Dass dies auch von den Vertretern der Gemeinde so gesehen wird, beweist die Einweihung des Weges vom Ortszentrum zur Kartause als „F. Chopin-Promenade“, die im Zuge des Festivals stattfindet.
Ungarn als heuriger Schwerpunkt
Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Nocturno-Konzert in der Barockbibliothek, Konzert und Lesung von Texten zu Chopins Leben und Wirken werden in Kerzenlicht getaucht. Zudem wird alljährlich ein Nationen-Schwerpunkt gesetzt, ganz nach dem Motto: „Chopin: Dem Herzen nach Pole, dem Talent nach Weltbürger“, wie es über den in Warschau geborenen Komponisten hieß. Heuer liegt der Fokus auf ungarischer Musik. Das Festival im 1330 erbauten und 1782 aufgehobenen Kloster wird daher neben Werken von Chopin und Komponisten seiner Zeit auch Folklore bieten, beispielsweise beim Dinnerkonzert, das neben musikalischen Darbietungen ungarische Spezialitäten offeriert. Auch beim unterhaltsamen Ausklang auf der Seebühne in Lunz am See am 12. August gibt es rot-weiß-grüne Klänge. Darüber hinaus wird österreichische Volksmusik in das Festival eingebunden. Schon beim Feierlichen Einzug in den Prälatenhof der ehemaligen Kartause ist traditionellerweise die Musikkapelle Gaming dabei, zusätzlich spielt das ungarische Folkloreensemble Napraforgók.
Junge Künstler fördern
Chopin selbst war ein Wunderkind, das bereits in frühen Jahren komponierte und Klavier spielte. Das Chopin-Festival möchte auch eine Plattform für Nachwuchskünstler sein, Preisträger des österreichischen Jugendwettbewerbs „Prima la Musica“ werden heuer das Abendkonzert in der Pfarrkirche Gaming am 9. August, das noch vor dem eigentlichen Auftakt stattfindet, spielen. Die Pfarrkirche ist dafür der perfekte Platz, hat sie doch eine weitere Verbindung zu einem Wunderkind: Als deren Orgel noch in Ybbs stand, spielte Wolfgang Amadeus Mozart auf dieser. Die Besucher dieses Konzerts haben die Möglichkeit, die jungen Künstler im Anschuss in der Kartause zu treffen. „Wir möchten eine Brücke zur Gegenwart schlagen und dem Nachwuchs ein Sprungbrett bieten, wie wir es auch unter dem Jahr in den Vorprogrammen unserer Konzerte im Hotel Imperial machen“, sagt Prof. Dr. Theodor Kanitzer, der Präsident der Internationalen Chopin-Gesellschaft in Wien.
Die Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien wird 60
Die ICG wurde 1952 an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst von Prof. Dr. Hans Sittner und Doz. Dr. Franz Zagiba gegründet, sie machte sich, zuerst noch als Österreichische Chopin-Gesellschaft, ab 1955 als Internationale Chopin- Gesellschaft in Wien, sehr schnell einen Namen in der internationalen Fachwelt. Ihre Aufgaben seit Anbeginn und bis heute liegen in der stilgemäßen Pflege der Werke Chopins, in der Abhaltung von Veranstaltungen und in Vorträgen zur Vertiefung des Verständnisses der Werke Chopins. Seit 1977 gibt es einen eigenen Konzertzyklus, seit 1985 wird in Gaming das Chopin-Festival veranstaltet, bei dem bereits der Pianist Swiatoslaw Richter, das Niederösterreichische Tonkünstler Orchester, das Artur Rubinstein Orchester Lodz und viele Preisträger internationaler Wettbewerbe, vor allem des Internationalen Chopin Klavierwettbewerbs in Warschau, auftraten. Die heute von Prof. Theodor Kanitzer geleitete Gesellschaft ist mit internationalen Chopin-Gesellschaften vernetzt, 1985 hat man sich zu der Internationalen Förderation der Chopin-Gesellschaften zusammen geschlossen. Seit November 1989 ist diese Mitglied des Musikrates der UNESCO. Das Festival in Gaming ist nur eine zahlreicher Veranstaltungen, mit der man das heurige Jubiläum begeht. Der Konzertzyklus im Hotel Imperial wird ab 23. Oktober fortgesetzt.
Programm und Informationen: www.chopin.at
Aussender: Chopin-Festival Presse, presse@chopin.at