„Vielfalt des Erzählens“ mit Karin Ivancsics und Milan Rácek
Eine Reisegesellschaft befindet sich in Restplatzbörse von Karin Ivancsics auf dem Heimweg. Der Abflug vom Urlaubsort verzögert sich. Die drei Frauen und vier Männer sind gezwungen, einen letzten Abend gemeinsam zu verbringen. Knapp und präzise schildert die Schriftstellerin Befindlichkeiten und Überlegungen der im Flughafenhotel Gestrandeten. In ihrem Roman entwickelt Ivancsics ein voller Witz und Ironie erzähltes Partnerbörse-Kammerspiel zu einem Gesellschaftsporträt von hohem stilistischem Reiz. Restplatzbörse besticht durch die Vielfalt der Erzählperspektiven. Zwar bilden historische, soziopolitische und psychologische Elemente das Fundament in Milan Ráceks Erzählen. Doch bevor sich die Handlungen in ausweglose Ernsthaftigkeit verlieren, rettet sie der Autor durch sein ironisierendes Erzählverfahren und satirische Überhöhung. Das gilt für den Roman Der helle Weg in die Dunkelheit, in dem das Schicksal eines zur Emigration gezwungenen Ehepaars vor dem Hintergrund der Geschichte der Tschechoslowakei erzählt wird, genauso wie für Ráceks „Zeit“-Szenen in den beiden Bänden der Heirats- und Weihnachtsgeschichten, die zweisprachig erschienen sind.
Karin Ivancsics
1962 im Burgenland geboren.
Lebt und arbeitet seit 1980 mit Unterbrechungen vor allem in Wien.
Als Herausgeberin und Lektorin in Buch- und Zeitschriftenverlagen tätig. Mitarbeit bei Kulturinstitutionen. Seit 1994 freie Schriftstellerin.
Auszeichnungen und Stipendien, u.a. Hertha-Kräftner-Preis, Autorenstipendium der Stadt Wien. Theaterstück Warteschleife (Uraufführung 2002). Zahlreiche Publikationen, zuletzt: Muss das schön sein (2009), Restplatzbörse (2011).
Milan Rácek
1943 in Zlin (Tschechien) geboren.
Absolvierte die Fachschule für Museumskunde in Prag.
1968 Emigration nach Österreich. Seit 1969 Mitarbeiter des NÖ Landesmuseums. 2001 bis 2007 Leiter der Galerie für zeitgenössische Kunst „Ausstellungsbrücke“ in St. Pölten. Mitglied des österreichischen P.E.N. und des Literaturkreises Podium.
Zahlreiche Publikationen. Zuletzt: Heiratsgeschichten die man gerne verheimlicht hätte (2009), Der helle Weg in die Dunkelheit (Roman, 2010), Weihnachtsgeschichten, die man gerne verheimlicht hätte (2011)
Moderation: Günter Milly, Ort: 1060 Wien, Naschmarkt, Yumi (vormals Pineapple), Stand 87 auf der Höhe von Wein & Co, Linke Wienzeile 6
"Textstand –Texte, scharf wie Pfeffer, süß wie Apfelstrudel und würzig wie Leos Gurkerln." (Beppo Beyerl). Textstand – Literatur am Naschmarkt ist eine Veranstaltung der Vereine "Literaturbörsel", "IG Naschmarkt" und des Verlags "Edition moKKa". Mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvorstehung Mariahilf, der Kulturabteilung der Stadt Wien und des Wiener Marktmanagements.
Bitte beachten Sie, dass aufgrund des begrenzten Raums Reservierungen sinnvoll sind. Informationen und Platzreservierung: Angelika Herburger, Tel 0660/490 55 61, angelika.herburger@edition-mokka.eu
Aussender: Milan Rácek, milan.racek@gmx.at