Niederösterreich präsentiert vom 28. August bis zum 24. September 2012 die Architekturausstellung mit Fotografien von Bruno Klomfar in Paris und lädt damit die französischen BesucherInnen ein, das größte Bundesland Österreichs mit seinen Architekturjuwelen und kulturellen Schätzen zu entdecken. Das Interesse an Kultur und Architektur aus Niederösterreich freut Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll: „Die Möglichkeit, Niederösterreich mit seiner kulturellen Vielfalt in der Kulturmetropole Paris zu präsentieren, bedeutet einen enormen Imagegewinn für unser Bundesland.“
Die Ausstellung wurde in das Programm der führenden Architekturgalerie von Paris, der Galerie d’Architecture, aufgenommen und bietet dem Land Niederösterreich eine prominente Plattform, sich in der Paris zu präsentieren. Die Ausstellung »Bau[t]en für die Künste«, die in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum zustande gekommen ist, zeigt eine Auswahl von Kulturbauten renommierter österreichischer ArchitektInnen in dieser zentraleuropäischen Region. Die Vernissage findet am 4. September 2012 statt.
Darüber hinaus ist die Architekturausstellung in die »Woche ausländischer Kulturen / semaine des cultures étrangères« eingebettet, die vom 21. – 30. September exzellente kulturelle Leistungen in einem ausgewählten Themenbereich präsentiert. Diese internationale Leistungsschau findet 2012 zum elften Mal statt und wird von mehr als 40 internationalen in Paris ansässigen Kulturinstituten, darunter auch dem Österreichischen Kulturforum Paris, organisiert. Das Leitmotiv für 2012 lautet: »Architektur, Kulturgüterschutz, Stadtentwicklung und Design«. Die Kulturwoche steht unter dem Ehrenschutz der französischen Kulturministerin und des Pariser Bürgermeisters.
»Bau[t]en für die Künste« wird als Rahmen für die offizielle Eröffnung der « semaine des cultures étrangères, 11ème édition » dienen, und das Thema wird durch einen international besetzten Expertenpanel besonders beleuchtet. Niederösterreich wird durch die Architektin Marie-Therese Harnoncourt (the next ENTERprise – architects, in Kooperation mit ORTE Architekturnetzwerk) vertreten sein. Für Kinder wird das Thema mit einem Workshop und einem Zeichenwettbewerb speziell aufbereitet. Das für die Ausstellung entwickelte Spiel »Landpartie« rundet das Programm ab.
Zur Ausstellung: Seit mehr als zwanzig Jahren erlebt die Donauregion Niederösterreich mit St. Pölten als junge Hauptstadt einen eindrucksvollen Aufschwung im Kulturbereich. Niederösterreich ist reich an zeitgenössischen Kulturbauten, die erlesenen Musikfestivals ebenso einen Rahmen bieten wie der lebendigen Theaterszene und den Ausstellungsaktivitäten im Bereich bildender Kunst. In Niederösterreich findet man historische Baudenkmäler, die für diese Zwecke beispielgebend revitalisiert wurden: Und all dies eingebettet in einer reizvollen Landschaft voller Vielfalt. Ausgehend von der Publikation »Bau[t]en für die Künste. Zeitgenössische Architektur in Niederösterreich« (2010 im Springer-Verlag Wien-New York erschienen) werden ausgewählte Bauwerke unter 10 thematischen Schwerpunkten, die repräsentativ für das niederösterreichische Kulturleben stehen, in Fotografien des renommierten Fotografen Bruno Klomfar gezeigt. Die Ausstellung in Paris der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich wurde von der Architekturpublizistin Theresia Hauenfels kuratiert und wird durch das Österreichische Kulturforum Paris maßgeblich unterstützt.
Landesausstellungen
Was also zeichnet Niederösterreichs Kulturleben im besonderen Maße aus: Am besten, man beginnt bei der Geschichte der Landesausstellungen. Niederösterreich war ab den 1960er Jahren das erste österreichische Bundesland, das eine Großausstellung zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Kultur durchführte. Diese institutionalisierte Schau befasst sich mit (kunst-)historischen und gesellschaftspolitischen Themen. Im Zuge dieses weitstreuenden kulturvermittelnden Instruments wurden bedeutende denkmalgeschützte Gebäude, von denen Niederösterreich eine Vielzahl aufzuweisen hat, revitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
En plein air
Der Reichtum an historischen Stätten zeigt sich aber auch an den Spielorten der niederösterreichischen Sommerfestivals und ihren Freiluftbühnen. Regionale Kulturinitiativen setzen hier hochqualitative Aktivitäten für die schöne Jahreszeit und beweisen mitunter den Mut zu originellen architektonischen Lösungen, etwa mit einem Autokran als technische Aufhängung einer Überdachung (Burgruine Reinsberg, Johannes Zieser) oder einer hydraulisch funktionierenden Seebühne, die untertags als Badesteg genutzt werden kann (Lunz am See, Hans Kupelwieser).
Kunst im Alltag des öffentlichen Lebens
Den Auftritt von zeitgenössischer Kunst im alltäglichen Erscheinungsbild zu fördern, ist der Plattform »Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich« gelungen. Europaweit beispielhaft hat hier die Kulturabteilung der niederösterreichischen Landesregierung ein flächendeckendes und integratives Gestaltungsinstrument initiiert.
Hommage an Zeitgenossen
Parallel dazu entstanden monographische Museen (etwa mit Werken von Hermann Nitsch in Mistelbach oder von Arnulf Rainer in Baden bei Wien) und Plattformen für zeitgenössische Kunst (Landesgalerie »Zeit Kunst Niederösterreich«) ebenso wie die Kunstmeile Krems und ein eigenes Landesmuseum, das bildende Kunst, Geschichte und Naturwissenschaften verbindet.
Musik
Zum internationalen Ruf Österreichs als Musikland trägt auch Niederösterreich maßgeblich bei: von Konzertbühnen in Grafenegg (Open-Air-Bühne Wolkenturm und der Konzertsaal Auditorium) über den Kristallsaal im Rothschildschloss von Hans Hollein und den Klangraum Krems (Minoritenkirche) bis zum weithin sichtbaren Klangturm St. Pölten (Ernst Hoffmann) – dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt.
6./7. Städteportraits
Den beiden Städten Krems und Sankt Pölten ist in der Ausstellung ein jeweiliger Schwerpunkt gewidmet. Erst 1920 erfolgte die Trennung zwischen Niederösterreich und Wien, das noch lange von der Bundeshauptstadt von der Herrengasse aus regiert wurde. In den 1980er Jahren wurde der Ruf nach einer eigenen Landeshauptstadt laut, bei einer Volksbefragung im März 1986 setzte sich Sankt Pölten gegen andere Städte durch, prozentuell am nächsten gefolgt von Krems. Eine rege Bautätigkeit war die Folge: In Sankt Pölten entstand in den 1990er Jahren das monumentale Landhausviertel mit dem Kulturbezirk (u.a. mit Festspielhaus und Landesmuseum). Heute leben 52.048 Menschen vor Ort. Krems, das am Beginn der landschaftlich reizvollen Wachau (seit 2012 markiert durch den Bau „Tor zur Wachau“ von Najjar & Najjar) liegt, ist reich gesegnet an historischen Bauten. Mit der beispielhaften Schaffung einer „Kunstmeile“ (Kunsthalle Krems, Karikaturenmuseum etc.) wurde Krems mit seinen 24.110 EinwohnerInnen zu einem kulturellen Treffpunkt, der weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus BesucherInnen anzieht.
Speckgürtel
Die als Wohngebiet äußerst beliebte Zone rund um Wien hat durch Institutionen wie das Essl Museum oder die IST Lecture Hall (beides Klosterneuburg) eine starke Aufwertung erfahren. Kunst und Genuss. Doch was wäre die Kultur ohne die entsprechenden weltlichen Genüsse: Niederösterreichs Ambitionen im Weinbau tragen überregional Früchte. Und mit dem Weinvermittlungszentrum »Loisium« hat auch der internationale Stararchitekt Steven Holl in Niederösterreich seine Spuren hinterlassen.
Sakraler Rahmen
Die Tradition kultureller Aktivitäten von Klöstern setzt sich bis heute fort. Stift Altenburg wurde zu einem Museum, das sich selbst – und seine beeindruckende historische Architektur – in zeitgenössischem Rahmen ausstellt. In Krems wurden Kirchen (Minoriten, Dominikaner) zu Klangräumen und Schauplätzen moderner Musik und Kunst.
Die Themen werden auf Postkarten (A5), die frei zu entnehmen sind, inhaltlich aufbereitet. Darüber hinaus gibt es weitere Vermittlungs-Elemente. Die Kuratorin steht während der Dauer der Ausstellung für Führungen zur Verfügung.
Das Spiel
Mit dem Brettspiel »Landpartie Niederösterreich«, das eigens für den Anlass konzipiert wurde und in einen (Spiel)Tisch integriert ist, kann die Region netzartig erkundet werden. Sieger ist, wer möglichst viele Kulturveranstaltungen besucht hat. Das Spiel wurde von der Kuratorin der Ausstellung zusammen mit dem Graphikbüro Bohatsch und Partner entworfen.
Der Film
Unter dem Titel »Architekturjuwele in Niederösterreich« zeigt der international anerkannte Filmemacher Georg Riha in beeindruckenden Bildern belebte Architektur: während Veranstaltungen, mit Flugaufnahmen und im Kontext mit dem historischen Weltkulturerbe. Der Beitrag lief 2010 als Österreichbild am Sonntag im ORF.
Ort:
La Galerie d´Architecture, 11 rue des Blancs Manteaux 75004 Paris –www.galerie-architecture.fr Zeit: 28. August – 24. September 2012, Vernissage: Dienstag, 4. September, 18.30 – 21.00 Uhr, musikalische Begleitung durch den österreichischen Komponisten und Musiker Rupert Huber. Eröffnung der «semaine des cultures étrangères, 11ème édition» am Freitag, 21. September: Internationale Expertendiskussion zum Thema «Quelle culture pour la culture?» von 18.00 – 19.00 mit anschließendem Empfang in der Galerie d´Architecture, 11 rue des Blancs Manteaux 75004 Paris.
Woche fremder Kulturen / Semaine des cultures étrangères - weiterführende Informationen: www.ficep.info , Österreichisches Kulturforum Paris - www.fca-fr.com
Publikation:
Bau[t]en für die Künste – Zeitgenössische Architektur in Niederösterreich Building[s] for the Arts – Contemporary Architecture in Lower Austria/Friedrich Grassegger (†), Alexandre Tischer und Theresia Hauenfels, Fotografien von Bruno Klomfar. Hrsg.: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Kultur und Wissenschaft, 2010, Springer Wien, 288 Seiten, zahlreiche Abbildungen, € 34.95, ISBN 978-3-211-99147-3
Aussender / Infos: Mag. Alexandre Tischer, Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Kunst und Kultur, Öffentlichkeitsarbeit, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, Tel 02742/9005 13006, Mobil 0676/812 13006, alex.tischer@noel.gv.at