Frankreich,2010, 111 min.
Der Film spielt zwischen den Zeiten 1942 und 2009, er wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Sarah, ein zehnjähriges, jüdisches Mädchen, wird mit ihren Eltern mitten in der Nacht von der französischen Polizei aus ihrer Wohnung geholt. Verzweifelt schließt sie ihren kleinen Bruder in ihrem Geheimversteck hinter der Tapetentür im Schlafzimmer ein und verspricht, ganz schnell wieder bei ihm zu sein. Den Schlüssel nimmt sie mit. 67 Jahre später verwebt sich Sarahs Geschichte mit der von Julia Jarmond (Kristin Scott Thomas), einer amerikanischen Journalistin, die für einen Artikel die damalige Razzia und ihre furchtbaren Folgen recherchiert. Sie stößt bei ihrer Arbeit auf das Schicksal einer jüdischen Familie, die aus der Wohnung vertrieben wurde, welche seit Jahrzehnten der Familie ihres zukünftigen Mannes Bertrand gehört und in die sie nach ihrer Hochzeit einziehen wollen. Je mehr Wahrheit Julia ans Licht befördert, um so mehr erfährt sie über Bertrands Familie, über Frankreich und schließlich über sich selbst. Mit Sarahs Schlüssel ist dem Regisseur ein intensives und bewegendes Drama gelungen, das das Schicksal der Charaktere äußerst feinfühlig erzählt. Mit seinen ruhigen ausdrucksstarken Bildern versinkt der Film weder in Künstlichkeit noch in Rührseligkeit, was auch am großartigen Spiel der Protagonistinnen
liegt. Kristin Scott Thomas lieferte eine ihrer besten Leistungen: Sie wurde bei der César-Verleihung 2011 als beste Hauptdarstellerin nominiert und gewann den Prix
Lumière. Der Regisseur erhielt auf dem Tokyo International Film Festival den Regieund Publikumspreis.
Ort: Café „Zum Kuckuck“, Linzerstr. 1, 3300 Amstetten
Eintritt: € 6,- für Erwachsene, € 3,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Südfilmfest Amstetten, Sevda Batmaz, sevda.batmaz@hotmail.com