Freiraum Symposion Lindabrunn - aktiv teilhaben an Kunst und Kultur - Kunstprojekte entspannt erleben - die Schöpfer der Projekte geben Einblick
Ein Gespräch mit Freunden - Spaziergang zum Pfarrkogel oder Hubertuskapelle oder ...
Vergnügt Mahlzeiten - Jause und Leckereien aus der Region und diverse Kochstellen stehen bereit
Muße - entdecken
Zwischen 10:00 - 22:00 Uhr können Besucher vom Bahnhof Leobersdorf zum Symposion Lindabrunn und retour gebracht werden, dafür ist eine Anmeldung unter Tel: 0699/17026164 notwendig. Bitte bei Abfahrt anrufen und voraussichtliche Ankunftszeit melden.
Programm:
Die Wiederentdeckung der Muße
Warum die Muße so wichtig ist, war altgriechischen Philosophen sonnenklar: Nur in der Muße ist der Mensch ganz bei sich. Nur in der Muße hat der Mensch den Freiraum für Freude, Feiern, Spaß und Spiel. Nur daraus entwickeln sich neue Ideen und Kreativität. Ebenso wie die Philosophen war Max Frisch überzeugt: "Muße und Wohlleben sind unerlässliche Voraussetzungen aller Kultur." Für die kapitalistische Wirtschaft ist es angenehm, den Menschen eingezwängt zwischen Arbeit, Konsum und Alltag zu halten. Doch machen uns Überaktivität, Dominanz der Arbeit und Besitz vieler Waren wirklich glücklich? Jenseits von Effizienzdenken und Arbeitsmoral bietet der VSL einen Tag der spielerischen Möglichkeiten und des freudigen Experimentierens, einen Tag für Muße, Kultur- und Kunstgenuss.
Spaziergang mit Freunden
Wer ernsthaft philosophiert, stellt kritische Fragen an die ihn umgebende Welt. Dies ist die Basis für ein selbstbestimmtes und vernunftbasiertes Leben auf der Grundlage eigenen Nachdenkens. Beim "Spaziergang mit Freunden" zum Pfarrkogel können kritische und philosophische Fragen gestellt und mit Künstlern und Wissenschaftlern diskutiert werden.
Kunstprojekte:
prozess - Wilfried Reinthaler - Spurensuche im Internet
Jeder, der im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren im virtuellen Raum. prozess thematisiert Privatheit, Selbstdarstellung, die Lust am Zusehen, Nachverfolgen und Überwachen. Im Rahmen des Projektes prozess entstand in Lindabrunn eine Schnittstelle zwischen virtuellem und realem Raum. Der Künstler lädt die Besucher ein, seinen virtuellen Spuren und den in den Realraum transponierten Erl(g)ebnissen zu folgen.
NULLLUX - Francesco Mariotti, umraum art collectiv - Die Umkehr der Matrix
Vom Langzeit-Kunstprojekt IMMIGRATION existiert eine Matrix aus gedachten Linien am Neuland in Lindabrunn. Die Schnittpunkte sind durch 80 Cubiculus markiert, geschützte Räume in der Größe von 50 x 50 x 50 cm. In der Nacht der Glühwürmchen noch durch kleine LED Lampen beleuchtet, nimmt der Künstler nicht nur das Licht sondern auch alle künstlichen Materialen aus der Landschaft. Als Negativbild sind nun die Pflanzen, die sich in den geschützten Biotopen der Cubiculus über den Sommer entwickelt haben, als Umkehr der Matrix die neuen Schnittpunkte dieses Kunstprojektes. Alle künstlich eingebrachten Elemente wurden entfernt. NULLLUX ist der Abschluss von IMMIGRATION, bevor die Landschaft der Natur zurückgegeben wird.
WELLENLÄNGEN - Herbert Waloschek, Clemens Hopfer, umraum art collectiv
Kern des Projektes ist das Abbild und die mediale Repräsentanz von Landschaften im öffentlichen Bewusstsein, vor dem historischen Hintergrund des Genres Landschaftsmalerei.
Ausgangspunkt des Experiments sind gespeicherte Radiofrequenzen die im Landschaftsraum des Symposionsgeländes auftreten. Durch Manipulation
der Daten soll ein räumliches wie zeitliches Geländemodell sinnlich erfahrbar gemacht werden. Wellenlängen ist ein Teilprojekt von LANDSCAPES X das sich generell mit unterschiedlichen, zeitgemäßen Repräsentationsmodellen von Landschaften beschäftigt.
ELF - Udo Wid, Karin M. Hofer
Wetterfühligkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen. Sei es bei Föhn oder beim Durchgang von Warm- oder Kaltfronten, in Form von Beschwerden oder Hochstimmung. Sehr interessant dabei sind jene Fälle, wo Personen Wetterfronten oft schon Tage voraus spüren, ohne dass sich die üblichen meteorologischen Parameter ändern würden. Es wird dafür eine Wirkung atmosphärischer Längswellen angenommen. Das sind Funkwellen natürlichen Ursprungs, die durch Entladungen an Wetterfronten entstehen. Diese sogenannten Extreme Low Frequencies (ELF) transportieren die Information über den nahenden Wetterumschwung messbar oft über hunderte Kilometer und beeinflussen damit offenbar physiologische Vorgänge bei Pflanze, Tier und Mensch.
Udo Wid kommt aus der Biophysik-Forschung. Überzeugt von der Wichtigkeit interdisziplinären Arbeitens wandte er sich der Kunst zu. Vom Künstler entwickelte Messstationen in NÖ, eine davon am Symposion Lindabrunn, sammeln die Daten der ELF-Wellen, die mit einer großen Antenne und speziell entwickelten Verstärkern empfangen werden. Parallel dazu wird (als sensible Messgröße) die Änderungsgeschwindigkeit des Saftflusses in Bäumen oder Weinranken gemessen. Die über Jahre digital aufgezeichneten Daten werden laufend statistisch ausgewertet. Für seine spartenübergreifenden Projekte erhielt Udo Wid 2009 den ersten dafür vergebenen Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst.
Kontakt: Johanna Haigl,VSL - Verein Symposion Lindabrunn, Tel. 0676-7455013, j.haigl@symposion-lindabrunn.at, www.vsl.or.at