Steirerhimmel (Hoher Markt)
Karten: 10 € (Vorverkauf im Weltladen), 12 € (Abendkassa)
Verbindende Worte: Übersetzer Helmuth A. Niederle (Präsident des Österr. PEN*Clubs)
Die Autorin liest und spricht Englisch, Matthias Settele und Friedrich Zavarsky lesen deutsche Übersetzungen.
In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen PEN+Club.
Philo Ikonya wurde in einem Dorf unweit von Nairobi, der Hauptstadt Kenias, geboren und studierte Literaturwissenschaft und Linguistik an der Universität Nairobi, bevor sie nach Spanien und Italien ging, um dort Spanisch, Pädagogik und Philosophie zu studieren. Danach kehrte sie in ihre Heimat zurück, wo sie als freie Journalistin für die wichtigsten Zeitungen arbeitete. Sie thematisierte die soziale Ungerechtigkeit, die allgegenwärtige Korruption und den Machtmissbrauch der herrschenden Eliten. Mehrfach wurde sie deshalb verhaftet und misshandelt. Seit 2009 lebt sie auf Einladung des International Cities of Refuge Network (ICORN) in Oslo im Exil.
Auf Deutsch sind bisher erschienen:
Eine nächtliche Führung Roman, 2012
Aus dem Englischen übersetzt von Helmuth A. Niederle
Löcker Verlag, Wien * ISBN 978*3*85409*638*2; Ca. 200 Seiten, € 19,80
Auch wenn Menschen verwehrt wird, dass man ihnen zuhört, bedeutet das nicht, sie hätten ihre Stimmen verloren. Der Roman "Eine nächtliche Führung" ist den Übersehenen und Übergangenen verpflichtet, indem er ihr Schicksal aufzeigt. Doch nicht als Sozialreportage, die sich der Gnadenlosigkeit von Netzen der Korruption widmet, die alles und alle einfängt, sondern als ein Feuerwerk von Gedanken und Gefühlen die menschliches Leben ausmachen, weil sich die handelnden Personen noch nicht aufgegeben haben. In Kenia schrieb die indischstämmige Autorin Shailija Patel: "Philo Ikonya blickt entschlossen auf die Gräuel, die aus Armut und Gewalt geboren werden. Sie schafft es, die Stimmen der Überlebenden in die gesellschaftlichen Kreise zu tragen, zu denen sich die mächtigen Eliten zusammenfinden. Philo Ikonya weigert sich zu schweigen und zu vereinfachen. "
Aus dem Gefängnis Liebesgesänge
Aus dem Englischen übertragen von Helmuth A. Niederle
Löcker Verlag, Wien * ISBN 978*3*85409*565*1; 182 Seiten, € 19,80
Kenia gilt, wenn man die Kataloge der Reisebüros betrachtet, als sicheres Reiseland, das sich für den Abenteuerurlaub anbietet. Dass dieses Bild der Werbung den gegebenen Verhältnissen gar nicht entspricht, belegen die Gedichte von Philo Ikonya, die Fragen stellen: Warum werden eigentlich die eingesperrt, die Korruption kritisieren und nicht diejenigen, die sich bestechen lassen und selbst bestechen? Warum wird den Frauen nicht mehr Teilnahme an den gesellschaftspolitischen Entscheidungen zugestanden, sind es doch sie, die durch ihre Arbeitskraft und ihre Kreativität das Land überleben lassen. Aus den Texten von Philo Ikonya spricht die Empörung, dass Frauen missbraucht und getötet werden, dass ethnische Unterschiede geschickt für politische Machtspiele eingesetzt werden. Viele ihre Gedichte sind im Gefängnis entstanden. Sie wurden aufgezeichnet, als der Journalisten, Dichterin, Menschenrechtsaktivistin und Feministin Papier und Bleistift von inhaftierten Frauen geschenkt wurden. Ihre Gedichte sind nicht aus dem Hass und der Wut über ein Land entstanden, sondern aus Liebe zur Heimat: Menschen, die in Würde und Freiheit leben wollen, brauchen nicht Handschellen, sondern Liebe. Dass in den einzelnen Texten der Klang und der Rhythmus der Straßen gegenwärtig sind, versteht sich von selbst.
Aussender: Alfred Brandhofer, aronb@a1.net