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Veranstaltungen und Festivals

Claudio Valerio Vettraino

Am 15. November, 14 Uhr in Wien

Bedarf, Dialektik und Totalität
Es ist wirklich auffällig, dass die Rückkehr zum Werk von Karl Marx, ja zu seinem Kern, zur Auseinandersetzung mit den Gedanken Karel Kosiks führt, wobei diese Rückkehr von der globalen Krise des Kapitalismus bedingt ist. Dieses Zurückgehen auf Karel Kosíks ist nach meiner Meinung äußerst wichtig und von großem Weitblick, was in schwierigen Zeiten wie den heutigen nicht sehr verbreitet ist.

Heidegger und Marx kommen bei Karel Kosík zu einer Symbiose und bilden dadurch eine polyedrisches, theoretisches Gebilde, das in der Lage ist, die deformierende Totalität des Kapitalismus zu analysieren und die mechanische und wiederholter Entfremdung des Menschen von sich selbst zu entblößen, sein objektives Verirren in einer Welt, die er nicht mehr als solche erkennen kann. Nach dem Fall der Berliner Mauer ist es möglich, das Denken Kosíks genauso wie das von Marx mit einem Bewusstsein frei von Ansteckungen und Bedingtheiten politischen Charakters zu analysieren. Dies stellte ein konzentriert und komplexes Denken dar, das dank einer in der Analyse und Professionalität glänzenden Zeitschrift in den sechziger Jahren Italien erreichte. Diese Zeitschrift war „AUT AUT“ und wurde von einem Existenzialisten, Enzo Paci, der eminent eruiert in der Phänomenologie Heideggers und Husserls war, redigiert. Claudio Valerio Vettraino zeigt, dass die Wiederentdeckung Karel Kosíks nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in Italien stattfindet.

Claudio Valerio Vettraino wurde 1984 in Rom. Nach der naturwissenschaftlichen Matura inskribierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität „La Sapienza“ in Rom 2003. Nach dem Bachelor bei Prof. Petrucciani über die Negative Dialektik Adornos im Juni 2007 spezialisierte er sich bei Prof. Vinci mit einer Dissertatation über Agnes Hellers Theorie der Bedürfnisses und Karel Kosiks Dialektik der konkreten Totalität. Seine Forschungen bewegen sich in verschiedene Richtungen, ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit den Grundaspekten des Marxismus des Ostens (Schaff, Havemann, Lukàcs, Bloch) und des italienischen Marxismus (Della Volpe und seine Schule), fokusiert er sein Interesse auf das Verhältnis Hegel-Marx, über die doppelte dialektische und wissenschaftliche des marxistischen Denkens, darüber hinaus über die Transformation, die die Körper in der Ära der Biomacht erleiden, bei Michel Foucault und Giorgio Agamben.

Publikationen:
-Bisogno, dialettica e totalità: confronto tra Agnes Heller e Karel Kosik, Aracne Editore, Roma 2010
-La teoria dei bisogni: Marx dopo Agnes Heller, in “Critica marxista”, n. 2-3, Marzo-Giugno 2012
-Marx scienziato del bisogno sociale. Alcune considerazioni a partire da Agnes Heller, in Leggere Marx oggi, a cura di Paolo Granata e Roberto Pierri, Rubbettino 2012

Ort: Konferenzraum des Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung; Schlickgasse 3/8; 1090 Wien; Tel 01/319 06 91; Sprache: Italienisch mit deutscher Übersetzung: Eine Veranstaltung gemeinsam mit der IG Kultur Wien

Aussender: Dr.phil. Stephan-Immanuel Teichgräber; Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur Spengergasse 30-32; 1050 Wien; Tel/Fax 01/9419358

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