Ist die Epoche der Political Correctness nun endlich vorbei? Die Zeit kompromittierter Musik zugunsten höherer Verkaufszahlen? Nichts Neues wagen, damit das Publikum strömt? Mit Willi Landl, dem österreichischen Sänger und Komponisten, könnte fast ein bisschen Hoffnung aufkeimen. Er bürstet die auf Hochschulen normierten und gedrillten musikalisch-textlichen Regeln so herzerfrischend kräftig gegen den Strich, dass es in der Seele wohltut.
In jedem Moment seiner Lieder dringt er zu vollkommen subjektivem Ausdruck vor. Sprachwitz, ja Sprachlust gibt Zeugnis ab, wie er die Welt von heute sieht: Sie ist in tausendfach schillernde Einzelteile zerbrochen und hält doch hartnäckig an ihren drögen Klischeebildern fest. Landl beweist, dass inhaltliche Innovation möglich ist – heutzutage selten genug – und dass diese Innovation nicht abgehobene Kopfgeburt sein muss, sondern am Alten anknüpft, es weiterentwickelt und in die heutige Wirklichkeit transponiert.
Seine Musik ist zukunftsweisend. Er will das Rad nicht neu erfinden und tut es doch beinahe. Es ist zu hören, dass seine hervorragende Band mit Michael Hornek, Stefan Thaler und Clemens Adlassnigg in den Entstehungsprozess einbezogen ist und diesen auch beeinflusst hat. Nummer sechs „über den See“ sollte einen Tag lang in Endlosschleife vom Himmel schallen, und die Welt wäre wacher. Besetzung: Willi Landl – voc, Michael Hornek – piano, Stefan Thaler – bass, tba – drums, www.willilandl.at
Eintritt: Euro 12,-
Aussender / Infos: babü - BAR&BÜHNE, 2120 Wolkersdorf, Hauptstrasse 41, Tel 02245/4304, www.babue.com , babue.wolkersdorf@gmx.at