Justizzentrum Korneuburg, Landesgerichtsplatz 1, 2100 Korneuburg
Neben dem neuen Justizzentrum konnten zwei in das Gebäude und die Außenanlagen integrierte Kunstprojekte in Kooperation BIG Art "Kunst & Bau"-Projekte mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich verwirklicht werden.
Mit der Arbeit "Libra - Balancing the invisible" sind die diagrammatischen Zeichnungen von Nikolaus Gansterer als mobiles Raumgebilde in einem der großen überdachten Atrien des neuen Justizzentrums Korneuburg untergebracht. Ausgangspunkt von Gansterers Arbeit ist unter anderem die Frage, wie sich das komplexe Miteinander sozialer Zwischenräume abbilden und in Form bringen lässt. Durch die Funktionsweise des Mobiles, bei dem alle Elemente immer wieder miteinander in ein Gleichgewicht zurückfinden, wird das Prinzip der Waagschale und somit das Sinnbild der Justitia reflektiert. Das außergewöhnliche Mobile in Leichtbauweise fungiert dabei als Blickfang und als Raumsensorium. "Das Projekt 'Libra - Balancing the invisible' ist ein mobiles Objekt, das auf Nikolaus Gansterers besondere Professionalität als Zeichner hinweist. (...) "Die Zartheit des Objekts und seine fließenden Bewegungen unterstützen das klare architektonische Konzept des Justizzentrums. Somit entsteht eine Form von erweiterter Raumzeichnung, die mit ihren Bewegungen unsichtbare Thermik, Lichtverhältnisse und die Vorgänge, die im Gebäude stattfinden, sichtbar macht", so die Jury-Begründung.
Für Hans Schabus ist das Gerichtsgebäude, vor allem aber die angeschlossene Haftanstalt ein Ort, der für manche einen zwar vorübergehenden, jedoch lang andauernden Moment des Stillstands bedeutet. Er legt also eine der Haupttreppe entsprechende Skulptur "Freitreppe" unbegehbar quer mitten auf den Vorplatz der Anlage. Die Jury begründete die Entscheidung für das Projekt folgendermaßen: "Die großformatige Skulptur von Hans Schabus - das aus dem Justizzentrum gewissermaßen heraus sezierte, umgelegte und in den Außenraum versetzte Hauptstiegenhaus - ist eine Manifestation des Stillstandes an einem Ort des Kommens und Gehens. Es verweist auf ein Innehalten in der Bewegung und damit auf die dem Gerichtsgebäude angeschlossene Haftanstalt. Die Treppe als Zeichen der Mobilität wird quergelegt unbenutzbar und damit zu einem Symbol des Innehaltens an einem Ort und in einem Leben ständiger Mobilität."
Weitere Informationen unter www.publicart.at und www.big-art.at
Aussender: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abt. Kunst u. Kultur, KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, Kontaktperson: Aylin Pittner, Tel 02742/9005 13504, Fax 02742/9005 13910, aylin.pittner@noel.gv.at