Mama Illegal (Dokumentation)
Drehbuch u. Regie: Ed Moschitz, Österreich, 2011, 98 min.,
In Anwesenheit des Regisseurs!
Sie geben den Schleppern ihre Ersparnisse und riskieren auf ihrer Reise nach Westeuropa ihr Leben: Aurica, Raia und Natasa, drei Mütter aus einem kleinen moldawischen Dorf. Sie kehren ihrem ärmlichen Heim, den kaputten Straßen, den baufälligen Schulen und den zahllosen unbewohnten Häusern den Rücken, um in Österreich und Italien als Putz- o. Pflegehilfen zu arbeiten. Hier führen sie ein Leben im Untergrund: Schutzlos, ohne gültige Papiere und ohne medizinische Versorgung, jahrelang getrennt von ihren Kindern und Familien. Alles, was vom im Westen hart erarbeiteten Geld übrig bleibt, schicken sie nach Hause.
Doch ihr Wunsch nach einer besseren Zukunft fordert einen hohen Preis. Die Rückkehr sieht nach all den Jahren oft ganz anders aus als geplant. Nach langer Zeit in der Ferne sind die Kinder erwachsen und die Ehemänner entfremdet, und die gesellschaftliche Kluft, die sie zu überwinden trachteten, droht die Familien endgültig auseinander zu reißen.
Der ORF-Journalist Ed Moschitz legt mit seinem ersten Kino-Dokumentarfilm eine präzise Langzeitstudie vor. Sieben Jahre lang begleitete er die drei Frauen und zeichnete einfühlsam ihr Leben nach: Ihre Ängste und die Unsicherheit ihres illegalen Status, aber auch die Konsequenz und die Zähigkeit, mit der sie die Widrigkeiten ihres Lebens bewältigen. Mama Illegal entführt uns in die Alltagsrealität von Menschen, die unter uns leben und doch „unsichtbar“ bleiben. Der Film macht zum Thema, worüber normalerweise geschwiegen wird. Wo meist Vorurteile und Klischees das Meinungsklima beherrschen, zeigt dieser Film ein Stück authentischer Realität – und überlässt es den Zusehern, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Eintritt: € 6,- für Erwachsene, € 3,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Südfilmfest Amstetten, Sevda Batmaz, sevda.batmaz@hotmail.com