Late Bloomers
Drehbuch u .Regie: Julie Gavras, F/B/UK, 2011, 92 min
Mary (Isabella Rossellini) und Adam (William Hurt) leben scheinbar im Paradies: Die drei Kinder sind erwachsen und gut gediehen. Adam genießt seit Jahren in London große Anerkennung als Architekt. Mary kann es sich leisten, nicht mehr zu arbeiten. Man hat sich eingerichtet, das Leben ist harmonisch, auch im Bett haben die beiden noch gehörig Spaß miteinander.
Doch irgendwann häufen sich die Anzeichen, dass die beiden jetzt in die Gruppe der „Alten“ übergehen: Mary hat plötzlich eine Gedächtnislücke, und im Bus wird ihr ein Platz angeboten; Adam wird, als er einmal aus beruflichen Gründen ein Altersheim besucht, für einen Heiminsassen gehalten. Die kleinen Episoden, die sich mehrenden Fältchen, die schleichenden Alterserscheinungen und Irritationen, die die Regisseurin mit viel Feingefühle in ihre Geschichte webt, gehen tief unter die Haut. Es ist nicht immer leicht, das Altern zu akzeptieren, vor allem in einer Welt, in der es ein Makel ist, älter zu werden.
Late Bloomers ist nicht nur ein sanftes, stilles Drama mit heiteren Zwischentönen, sondern auch eine Anklage an die Gesellschaft, die solche Angst vor dem Altern hat und so massiv auf Funktionalität ausgerichtet ist, dass man die Alten gern wegsperrt.
Während Mary versucht, mit Pragmatismus und Selbstironie vorzugehen, umgibt sich Adam mit jüngeren Mitarbeitern und fühlt sich mehr als geschmeichelt, als sich eine Kollegin, die seine Tochter sein könnte, in ihn verliebt. Die Idylle des Paares beginnt zu bröckeln…
Eintritt: € 6,- für Erwachsene, € 3,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Südfilmfest Amstetten, Sevda Batmaz, sevda.batmaz@hotmail.com