Tschechoslowakei, Ende 1989. Als der Sieg der „Sanften Revolution“ in die Geschichte eingeht, treiben die Ereignisse einen Mann ganz nach oben: Vaclav Havel.
Jahrelang schikaniert, inhaftiert und bei jedem seiner Schritte unter Polizeibewachung, zieht er jetzt als Präsident in die Prager Burg ein. Alle erwarten von ihm zunächst die personelle Säuberung seiner neuen Umgebung. Doch diese Erwartungen enttäuscht er. Vergeben wir lieber erst mal und sehen wir, wie wir mit den Leuten gut auskommen können. Das ist sein Credo vom ersten Tag an.
Was gibt so einem Menschen die Kraft, all die Jahre schärfster Verfolgung- noch mehr aber: den nicht mehr für möglich gehaltenen Triumph- charakterlich so gänzlich unbeschadet und ohne Siegesrausch zu überstehen?
Peter Klaus und Thomas Franz- Riegler begeben sich zusammen mit der Musikerin Michaela Fürnschlief auf die literarischen Spuren dieser Jahrhundertpersönlichkeit. Ein scharfsinniger Theaterautor, den die Lebensumstände zu einem unerschrockenen Kämpfer für die elementaren Freiheiten seiner Mitmenschen machen. Ein Mensch, der sich bei allem nicht auf den Posten eines einfachen Antikommunisten reduzieren lässt, sondern den Gesamtblick auf die wahren Probleme der Welt bewahrt. Von seinen Gedanken in Gesprächen, Sketches aus seinen Theaterstücken, bis hin zur vielleicht revolutionärsten Rede, die je ein amtierender Präsident gehalten hat, „Die Revolution der Kinder“, reicht der Streifzug dieses Abends. Keine biografische Abhandlung, sondern ein schlaglichtartiger, individueller, vor allem unprätentiöser Blick auf einen respektlosen und dabei immer respektvollen Menschen.
Auswahl der Texte: Peter Klaus
Auswahl der Musik: Thomas Franz- Riegler und Michaela Fürnschlief
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