Praxis und Theorie der Inkompatibilitäten zwischen Erwerbslogiken und Sozialversicherungssystem
Panel 1 (17 Uhr): Information
Podium mit: Martin Kainz (Leiter Abteilung SfA, AMS Wien, Thomas Mach (AMS Wien, Regionalgeschäftsstelle Redergasse), Thomas Richter (SVA), Moderation: Sabine Kock (Kulturrat Österreich)
Panel 2 (19 Uhr): Politik
Podium mit: Petra Draxl (Landesgeschäftsführerin AMS Wien), Ursula Holtgrewe (Forba), Rudolf Hundstorfer (Sozialminister), Sylvia Köchl (Kulturrat Österreich), Moderation: Beate Firlinger (Ö1)
"Heute Abend eine Podiumsteilnahme, seit zwei Wochen angestellt auf der Bühne, davor involviert in ein Projekt zu Kunstvermittlung in Schulen und Museen - Projektende in einem Jahr."
"Seit Jahren Lehraufträge, dazwischen zahlreiche Publikationen und Vorträge, aktuell Kuratorin einer Ausstellung mit Vermittlungsaufträgen."
"Laufende Auftritte mit unterschiedlichen Bands, teilweise Musikunterricht, zeitweise Anstellung in einem Plattenladen und immer wieder Aufträge als DJ."
Erwerbsbiographien wie diese sind heute in immer mehr Teilen der Gesellschaft Normalität. Das geht so lange gut, als sich Einnahmen und Ausgaben halbwegs die Waage halten – und dank sozialer Netzwerke, Eltern, Erbschaften usw. oft auch noch lange danach. Irgendwann ist aber das Ende der Fahnenstange erreicht und es geht sich finanziell einfach nicht mehr aus. Spätestens dann kommt es zur Konfrontation mit dem sozialen Netz. Es ist ein Netz, dessen Koordinaten eine lineare Erwerbsbiographie vorsehen - ein Zusammenfallen von selbstständigen und unselbstständigen Erwerbstätigkeiten in einer Person kann bestenfalls mit Hilfskonstruktionen abgedeckt werden. Das führt, verstärkt durch immer rigorosere Rahmengesetze, begleitet von immer ausdifferenzierteren Hilfskonstruktionen, zu unklaren Rechtssituationen, existenziellen Katastrophen und Willkürakten, vor allem aber macht es deutlich, dass reale Erwerbsbiographien und die österreichische Sozialversicherungsarchitektur in Kernbereichen inkompatibel sind.
Diese Diagnose ist nicht neu. Ein Kernthema ist selbstverständlich die Arbeitslosenversicherung - nicht nur, aber seit Jahren auch im Kunst-, Kultur- und Medienbereich. Was gilt hier? Welche Art von Erwerbssituation zieht welche Möglichkeit der Absicherung nach sich? Was ist in den letzten Jahren verändert worden? Welche Maßnahmen werden aktuell diskutiert? Und natürlich: Wie kommen wir zu einem System der Absicherung, das Löcher in der Erwerbsbiographie zumindest soweit zu stopfen in der Lage ist, dass existenzielle Notsituationen nicht automatisch zur Sackgasse werden?
Unterstützt von: AK Wien
Informationen:
Arbeitslosenversicherung (AlVG / AMS). In: 42 Monate IMAG - eine Bilanz. Hg. Kulturrat Österreich, Wien, Dezember 2012 http://kulturrat.at/agenda/imag/materialien/42monate/ams
Infobroschüre: Selbstständig - Unselbstständig - Erwerbslos. Hg. Kulturrat Österreich, Wien, Februar 2012 (3. Ausgabe) http://kulturrat.at/agenda/ams/infoAMS
Termin: Dienstag 30.4.2013, ab 17 Uhr, Ort: IG Architektur, Gumpendorferstr. 63b, 1060 Wien (Erdgeschoss)
Empfehlungen zum Thema:
Freitag, 19.4.2013, 20 Uhr: "Dreißig Jahre Erwerbslosenprotest 1982 - 2012". Buchpräsentation und Diskussion mit Harald Rein (Frankfurter Arbeitslosenzentrum), Ort: W23 (Wipplingerstraße 23, 1010 Wien), im PrekärCafé. www.cafe.prekaer.at
Donnerstag, 25.4.2013, ab 9 Uhr: Erste Wiener Internationale Arbeitslosenkonferenz, Ort: Großer Saal des Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien (Theresianumgasse 16–18, 1040 Wien), VeranstalterInnen: Aktive Arbeitslose. www.arbeitslosenkonferenz.at
Mittwoch, 1.5.2013, MAYDAY-Parade. Näheres: http://mayday-wien.org
Aussender: Kulturrat Österreich, Gumpendorfer Str. 63b, 1060 Wien, contact@kulturrat.at , http://kulturrat.at