Aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit zählte das Weinviertel neben anderen zu jenen Gebieten, in denen Lehm das hauptsächliche Baumaterial darstellte. Praktisch jedes Dorf verfügte über eine oder mehrere Lehmgruben („Loamgrui“) und damit über eine günstige Möglichkeit zur Herstellung von luftgetrocknetem, also ungebranntem Baumaterial. So wurden die meisten Streck- und Zwerchhöfe des Weinviertels, aber auch Presshäuser in verschiedenen Lehm- bzw. Mischbautechniken hergestellt. Analog zu den historischen Lehmbautechniken der Region wird in den nächsten Jahren im Museumsdorf Niedersulz ein Lehmbau-Kompetenzzentrum entstehen. Die Ausstellung „Lehmbau" im Presshaus aus Herzogbirbaum ist ein erster Schritt zur Erreichung dieses Ziels.
Als österreichweites Pilotprojekt und als Herzstück der Ausstellung wurde ein Stück Original Lehmwand als Ganzteil ins Museumsdorf Niedersulz übertragen. Bis dato war die Übertragung von Lehmwänden bzw. von Einzelteilen aus technischen Gründen nicht möglich. Durch eine innovative Methode wurde es nun möglich, Mauerstücke aus luftgetrockneten Lehmziegeln komplett mit Lehmverputz und Kalkanstrich original zu übertragen und zu erhalten.
Aussender / Infos: Dr. Freya Martin, Weinviertler Museumsdorf Niedersulz Errichtungs- u. Betriebs GmbH, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, Fax 02534/333-20, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at