Veranstaltungsort: BuchhandlungFehler! Hyperlink-Referenz ungültig., Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien
EINTRITT: frei
László Végel, geboren in Srbobran (ehemals Jugoslawien), lebt in Novi Sad. Als Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien ist er wie Danilo Kis, Aleksandar Tisma oder Otto Tolnai einer der großen Autoren der Wojwodina. Der Autor arbeitete u.a. als Journalist und Redakteur der ungarischen Literaturzeitschrift Neues Symposium, als Dramaturg für das Novi Sad-TV, schrieb neben Romanen und Essays Drehbücher und Bühnenstücke.
1967 debütierte der Schriftsteller mit dem Roman Memoiren eines Zuhälters. Péter Esterházy beurteilt diesen Titel als „Meilenstein für die moderne ungarische Literatur“. Bei Matthes & Seitz erschienen bislang drei Titel von László Végel in deutschsprachiger Übersetzung: Exter¬ritorium. Szenen vom Ende eines Jahrtausends (2007), der legendäre Debütroman (2011), über den die NZZ befindet: „Heutige Romane wirken angesichts der geballten Ladung Nihilismus, Depression und Weltekel im Vergleich wie Kuschelliteratur. Ein in seiner gutgelaunten Düsterkeit grossartiger Roman.“ Zuletzt: Sühne (2012)
Du wolltest nie etwas anderes sein als ein neugieriger Reisender - in Berlin begreifst du, du bist nicht willkommen. Bist ein Eindringling, einer aus dem Randgebiet, halte dich vom Zentrum fern, so lautet die Losung; bisher kanntest du nur das erbärmliche Gezänk der kleinen Nationen, jetzt erlebst du den vorneh¬men Egoismus der großen. Du bist doch nur ein Stiefkind, man lässt es dich spüren, eine vergnomte Menschenart des Barbaricums, irreparabel. Lerne die Sprache der großen eu¬ropäischen Nationen, mache dir ihre Kultur zu eigen, das könnte, wenigstens teilweise, deine Geburtsfehler wettmachen. Sprich nicht über das Barbaricum, die Kenntnisse von deiner Welt sind hier unwichtig.
(Aus: Sühne, Matthes & Seitz 2012)
Aussender: Wolfgang Kühn, www.ulnoe.at bzw. 02732/72 884 bzw. www.orlandobuch.at