Veranstaltungsort: Rathaussaal Amstetten, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten
Eintritt: 9,- für Erwachsene / 6,- für Schüler und Studenten
Sonntag, 30. Juni, 11:00 Uhr
No Time to Die
Regie: King Ampaw, Ghana, 2007, 95 min
King Ampaws entspannte, schelmische und mitunter sehr verspielte Komödie No Time to Die versucht bewusst, ein anderes Bild Afrikas zu zeigen, als man dies aus dem westlichen Fernsehen kennt, wo man fast nur Armut, Korruption, Aids und Krieg zu sehen bekommt. Dass es in Afrika auch ein anderes Leben mit Kultur, Tradition und Unterhaltung gibt, und dass auch afrikanische Filmemacher Menschen zum Lachen bringen können, das versucht der Regisseur mit diesem Film zu zeigen. David Dontoh, der Hauptdarsteller, ist in seiner Heimat sehr beliebt und wurde 2007 beim Filmfestival in Tarifa als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Asante ist auf den Straßen Accras mit Zylinder und schwarzem Anzug unterwegs, denn er kutschiert mit seinem Leichenwagen Tote zum Begräbnis. Asante liebt seinen Beruf, so dass eigentlich alles gut sein könnte, wenn da nicht ein Problem wäre: Er ist Single, denn die Frauen meiden ihn, als Leichenwagenfahrer stößt er bei ihnen auf Ablehnung.
Eines Tages lernt Asante bei einer Überführung die junge und schöne Esi kennen und verliebt sich in sie. Zum Glück und Dank der tatkräftigen Unterstützung des cleveren Issifu verliebt sich Esi auch in ihn. Esis Vater ist zwar strikt gegen diese Verbindung, doch Asante gibt nicht auf und greift schließlich zu allen möglichen Tricks, um den widerspenstigen Schwiegervater in spe doch noch zu überzeugen...
Sonntag, 30. Juni, 15:00 Uhr
The other Bank – Am anderen Ufer
Regie: George Ovashvili, Georgien, 2010, 90 min
Seit sieben Jahren lebt der zwölfjährige Tedo mit seiner Mutter in der georgischen Hauptstadt Tiflis als Flüchtling im eigenen Land. Tedo hilft in einer kleinen Autowerkstatt mit, zur Schule geht er nicht. Seine Mutter arbeitet als Verkäuferin, gelegentlich leistet sie Männern beim Trinken Gesellschaft. Als Tedo entdeckt, dass sie einen Liebhaber hat, fühlt er sich vollends verlassen. Er bricht auf, um seinen Vater zu suchen, den sie bei ihrer Flucht aus Abchasien, dem Gebiet, das sich 1992 von Georgien losgesagt hatte, aus gesundheitlichen Gründen zurücklassen mussten.
George Ovashvili ist gleich mit seinem Spielfilmdebüt The Other Bank, das auf dem Roman „Trip to Africa“ von Nugzar Shataidze beruht, ein filmisches Meisterwerk gelungen, das mehrere internationale Filmpreise erhalten hat. Das Roadmovie zeichnet sich neben der großartigen Regie und Kameraführung vor allem durch die überwältigende schauspielerische Leistung des halbblinden Tedo Bekhauri aus. Wie Tedo seinen Empfindungen auf die zum Teil schockierenden Abenteuer seiner Reise Ausdruck verleiht, und wie sein Gesicht neben Enttäuschungen auch immer wieder Hoffnung und die Fähigkeit zu träumen widerspiegelt, das ist große Schauspielkunst. Vor allem aber ist Tedos Darstellung des Jungen, der noch viel zu klein ist, um schon erwachsen sein zu müssen, so anrührend, wie es einem zugleich so unsentimentalen und teils dokumentarisch anmutenden Spielfilm wohl selten gelungen ist.
Sonntag, 30. Juni, 19:30 Uhr
Mama Africa – Miriam Makeba
Regie: Mika Kaurismäki, FIN/D, 2011, 90 min
Die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba ist in ihrer Heimat bis heute eine verehrte Ikone. Im Jahr 2008 verstarb die charismatische Künstlerin, die fast drei Jahrzehnte im Exil verbringen musste und dennoch immer versuchte, für die Rechte und Interessen ihres Heimatlandes einzutreten. Über ihr aufregendes Leben, ihre Karriere und ihre tief empfundene Liebe zu Afrika erzählt dieser beeindruckende Dokumentarfilm von Mika Kaurismäki. Mit klugen Montagen und gut ausgewähltem Material gelingt es dem Regisseur, das Leben von Miriam Makeba liebevoll zu rekonstruieren und zugleich dem Publikum viel von ihrer Musik zu Gehör zu bringen.
Die Hommage an Miriam Makeba folgt weitestgehend der Chronologie ihrer Biographie: Musiker, die schon zu Beginn ihrer Karriere an der Seite der Künstlerin standen, kommen zu Wort. Es wird auf erste internationale Erfolge in London und in den USA zurückgeblickt. Makebas Kampf gegen Rassismus, Apartheid und Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung wird verdeutlicht, aber im Fokus steht stets die Musik. Emphatisch stellt der Film Makebas Lebensmotto heraus: „Ich singe nicht über Politik, ich singe über die Wahrheit.“
Aussender: Sevda Batmaz, sevda.batmaz@hotmail.com