Experiment Kunstförderung - Kulturrisse 3/2013
Kunst als Denkraum, auch für progressive Kulturpolitik – in den gegenwärtigen Regierungsverhandlungen ein unbedeutender Nebenschauplatz. Und das nicht zum ersten Mal. Sind wir am Tiefpunkt des jahrzehntelangen Abstiegs der Kulturpolitik in Beliebigkeit und Bedeutungslosigkeit angelangt? Wie wäre eine Renaissance der punktuellen Höhenflüge des demokratiepolitischen Experiments im kulturellen Feld der 1990er Jahre vorstellbar? Warum will es nicht gelingen, hier funktionierende Modelle zu entwickeln, die quer zum falschen Gegensatz von Pseudo-Objektivität und Radikalsubjektivismus funktionieren, selbstverwaltet etwa aus den Szenen heraus sinnvoll in die Szenen hineinwirken?
Die Kulturrisse nehmen diese und andere Problemfelder der Kunstförderung zum Anlass, gemeinsam mit einigen Protagonist_innen den Status Quo zu reflektieren und Erfahrungen zu aktualisieren. Monika Mokre vertritt dabei eine explizit demokratiepolitische Position, die Kulturförderung vor allem auf dem Boden von Konflikt und Selbstreflektion verortet. Die beiden Ex-Bundeskunstkurator_innen Wolfgang Zinggl und Stella Rollig plaudern aus dem Nähkästchen ihrer viel beachteten Praxis in den 1990er Jahren. Juliane Alton schlägt den Gleichheitssatz der Bundesverfassung als Hebel zur Beseitigung der sozialen Asymmetrien in der Kulturförderung vor, und die frisch angeheuerte Hamburger Stadtkuratorin Sophie Goltz spricht über Sichtbarkeiten der Kunst und ihr Programm für die nächsten zwei Jahre. Als Draufgabe erlauben wir uns, ein Negativranking schlimmer Fehltritte österreichischer Kulturförderung und –nichtförderung zu präsentieren, frei nach dem minimalen Motto: Wenn schon nicht besser, dann bitte wenigstens nicht so, nicht das, nicht nochmal!
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Kulturrisse 03/13 „Experiment Kunstförderung“
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Die Ausgabe ist auch in folgenden Buchhandlungen erhältlich:
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