AUSSTELLUNG 2013/5
Sabine Müller-Funk & Amirali Navaee
Performance von Sabine Müller-Funk
Vernissage: Sa, 16. November 2013, um 19 Uhr
Es spricht: Dr. Renée Gadsden; Kunsthistorikerin
Eröffnung: Gemeinderat Hans Hornyik
Ausstellungsdauer: 17. November 2013 – 26. Jänner 2014
Sabine Müller-Funk
Sprache und Text haben etwas Verführerisches:
Sie machen glauben, dass alles, was gelesen und gesprochen wird, auch wirklich so verstanden wird, wie es gemeint war, sprich, dass Signifikant und Signifikat eine Einheit bilden. . .Dabei aber wird übersehen, daß diese Einheit brüchig ist und gerade dieser Bruch das ist, was ästhetisch einen Spalt öffnet um eine neue Erfahrung von Text zu ermöglichen.
Sprache und Worte tragen die Möglichkeit des Lügens und Selbstbetrugs in sich. Man kann sich und andere mit Worten täuschen und verführen
Mein Ansatz mit Text umzugehen, schwankt also zwischen Begeisterung für Lyrik, Prosa und Aphorismen und einer Skepsis gegenüber den Möglichkeiten der Sprache Kommunikation herzustellen. Dies bildet einen wesentlichen Aspekt meiner künstlerischen Arbeit. Indem ich die Sprache unlesbar mache und mich mit ihrer Zeichenhaftigkeit beschäftige, mache ich sie unlesbar. Indem sie unlesbar wird, reine Kommunikation, Stille der Bedeutung, erlischt ihre manipulative Möglichkeit.
Kleist hat einen Text über die sprachlose, unmittelbare Kommunikation geschrieben - was ich als Künstlerin mache, ist die sprachlich vermittelte Kommunikation zu suspendieren, aufzulösen- was übrigbleibt sind Fragmente von Signifikanten.
Bedeutet die Stille (Susan Sontag) das Ende des Lügens?
Die Performance
Ein Text (siehe obige Gemeinplätze) wird durch Aufschütten von Sand auf dem Boden der Galerie immer mehr verdichtet, bis eine geschlossene Fläche entsteht. Diese wird mit Hilfe eines Staubsaugers, der mittels Saugrohr einen Text „schreibt“-(d.h. die Schrift verschwindet gleichzeitig mit ihrem Erscheinen), wieder zum Verschwinden gebracht.
Der Gegensatz vom Gedröhn des Staubsaugers (der Worte) und der nachfolgenden Stille (Leere) sind ein wesentlicher Aspekt der Performance.
Amirali Navaee
Every inch of a city and circumstance is occupied by a system and a culture and an invisible chain which links people to each other. I would say all those invisible chains and that very system of my city “Tehran” is called: “Fear”.
Thinking of how I am managing to live and enjoy this city regarding to what happens to my moral and soul everyday makes me believe how vast the human capacity is. In order to survive under this fearful, diminishing situation I had to get connected to two things:
++ Ancient Iranian beliefs which is 180 degrees apart from what is happening now in this city.
++ The idea of being a clown and not take any system serious and make people laugh, which gives me a certain permission to enter the very private, secure mental territories of those of my generation.
All and all I am very connected to this subject “Lies that keep you going”. Because I guess this is what every single person regardless of the country goes through.
Once my father said: “one who shows that he/she is strong in front of the others will remain in solitude when he/she finds himself completely lost in his problems and troubles, because he didn’t share with anyone.”
Kunstverein Baden – GALERIE, Beethovengasse 7, 2500 Baden
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