Ernst Exinger, Gerlinde Gröllinger, Monika Pawlik, Helga Petri-Basaran, Walburga Vilem-Weber
Keramik trifft Malerei. Im Dezember werden auf der Ausstellungsbrücke neben Keramiken der niederösterreichischen KünstlerInnen Monika Pawlik und Walburga Vilem-Weber, malerische Werke von Ernst Exinger, Gerlinde Gröllinger, Helga Petri-Basaran zu sehen sein. Ernst Exinger wird darüber hinaus einige seiner grotesken aus Moltofill geformten Köpfe präsentieren. Die Ausstellung „Drehscheibe – 5 Positionen“ wird bis 15. Jänner 2014 im Landhaus St. Pölten zu sehen sein.
Die Ausstellung spannt einen Bogen über fünf künstlerische Positionen, die sich in den drei architektonisch angedeuteten Räumen der Ausstellungsbrücke entfalten und in Dialog treten. Die gezeigten Arbeiten drehen sich alle um das Thema Figur und Form und eröffnen dem Betrachter unterschiedliche und sehr persönliche Blickwinkel darauf.
Nach seiner Ausbildung zum Raumgestalter und Innenarchitekten in den 1970er Jahren entdeckte der in Kalladorf in Niederösterreich lebende Künstler Ernst Exinger sein Interesse für Aquarellmalerei und Collagen. Sein vielseitiges malerisches Werk erweiterte er im Laufe der Jahre durch bildhauerische Arbeiten. Von den künstlerischen Möglichkeiten unterschiedlicher Materialien inspiriert und mit diesen experimentierend, entstanden seine charakteristischen Kopfplastiken „Crazy Heads“ - aus der Spachtelmasse Moltofill geformte witzige zuweilen auch groteske Kopfkreation. Seine neuesten Werke zeigen einerseits objekthaften sowie andererseits multimedialen Charakter durch eingearbeitete Licht- und Toninstallationen.
„Ich habe Lust am Übertreiben, Verzeichnen, Überzeichnen und Verändern. Mich interessiert das Nichtperfekte,“ schreibt die in Theiß in Niederösterreich geborene Künstlerin Gerlinde Gröllinger. Der Mensch steht in ihren Arbeiten im Mittelpunkt. Die Bilder entstehen vor dem Modell und setzen sich aus schnell gezeichnete Bewegungen oder Detailstudien zusammen. Sie sind gezeichnet, gemalt oder gewischt vorwiegend mit den Materialien Tusche, Acryl und Kreide.
Die keramischen Plastiken der in Sonnberg in Niederösterreich lebenden Künstlerin Monika Pawlik, können als märchenhafte Schöpfungen betrachtet werden, die Menschliches, Tragisches, Heiteres zeigen und durchaus auch Sinnbilder für Unergründetes darstellen: Es gibt Tierserien, Zungenzeiger, verdrehte Männer und Frauen, Familien mit außerirdischen Kindern, wirrköpfige Väter, Köllamauna, Köpfe, Zwischenwesen und vieles mehr. In Ton und Stein durch Zu- und Wegnehmen, durch Form und Verdichtung, durch die inhärenten Qualitäten des verwendeten Materials, durch das Einbeziehen von Licht und Schatten, durch Glätten und Zerklüften entstehen biomorphe Skulpturen von unterschiedlichem Abstraktionsgrad, die den Schauenden zur Kontaktaufnahme einladen, fast zwingen.
Im Anschluss an ihre Lehrtätigkeit im Bereich bildnerische Erziehung an Oberstufengymnasien in Frankfurt am Main entwickelte die in Mödling bei Wien und im Burgendland tätige Malerin Helga Petri-Basaran unter professioneller Anleitung eine besondere Neigung zur abstrakten Malerei. Bevorzugtes Medium ist die abstrakte Acrylmalerei, die ihr eine einzigartige Freiheit im kreativen Umgang mit Formen, Farben und deren Konsistenzen ermöglicht. Die Künstlerin bewegt sich an der Grenze zwischen figurativer Malerei und Abstraktion. Mit großem Gespür für Farbe und Form gestaltet Helga Petri-Basaran fein nuancierte Farbwelten, die Figuration zwar zulassen aber nicht zwingend notwendig machen.
Die in Stockerau lebende und arbeitende Keramikkünstlerin Walburga Vilem-Weber hat sich ganz der Arbeit mit Ton verschrieben. In Ihren Arbeiten gibt die Form den Ton an. „Wenn ich mit Ton eine Symbiose eingehe, mit ihm arbeite, dann ist es mein Wunsch dem Ton, wenn er im Brand gefestigt ist, immer noch die Möglichkeit offen zu halten, in Bewegung zu bleiben“, schreibt die Künstlerin. Die in der Ausstellung zu sehenden Oloide bringen diesen Anspruch sehr eindrücklich zum Ausdruck.
Seit über zehn Jahren werden auf der Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten Künstler und Künstlerinnen aus Niederösterreich sowie Werke mit Niederösterreichbezug präsentiert. In den themenbezogenen Ausstellungen findet bildende Kunst in all ihren Erscheinungsformen Platz, wodurch die Vielfalt des aktuellen Kunstschaffens in ganz Niederösterreich und das vorhandene Kreativitätspotential sichtbar wird. Als Plattform für zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen, grenzüberschreitende Ausstellungsprojekte sowie sozial motivierte oder der Talentförderung dienende Kunstinitiativen hat die Ausstellungsbrücke in den letzten Jahren einen würdigen Platz in der niederösterreichischen Galerienlandschaft eingenommen und ist ein beliebter Treffpunkt für ansprechende künstlerische Begegnungen.
Vernissage: Mittwoch 4.12.2013, um 18 Uhr
Begrüßung: MMag. Katharina Szlezak, Leiterin der Ausstellungsbrücke
Einführung: Dr. Manfred Pawlik, Psychotherapeut und Kulturschaffender
Eröffnung: Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Winzer: Winzergut Ortmann
Im Anschluss laden wir zu Imbiss und Weinverkostung!
Ort: Ausstellungsbrücke, Regierungsviertel St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 1, 3. Stock, 3109 St. Pölten
Ausstellungsdauer: 4.12.2013 bis 15.1.2014
Aussender / Infos: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung / Abteilung Kunst und Kultur, Tel 02742/9005-15916, ausstellungsbruecke@noel.gv.at , MMag. Katharina Szlezak