Die Zukunft der Kunst und Kultur, der Kunstschaffenden und der österreichischen Kreativwirtschaft hängt von einem Konsultationsverfahren ab, das derzeit von der Europäischen Kommission durchgeführt wird. Die Frist für die Einreichung von Stellungnahmen wurde gerade "aufgrund des großen Zuspruchs" bis zum 5. März 2014 verlängert.
Gestellt werden zum Teil sehr einseitige Fragen wie zu den bestehenden Modellen bei grenzüberschreitender Nutzung, wobei das Ziel verfolgt wird, Mißstände aufzudecken, die einen Handlungsbedarf für die EU-Kommission ersichtlich werden lassen. Auch das bestehende System des Ausnahmenkatalogs vom alleinigen Entscheidungsrecht (Verbotsrecht) der Urheber/innen, von wem ein Werk wie verwendet werden darf, steht auf dem Prüfstand der EU-Kommission.
Leider weist die Tendenz der EU-Kommission in Richtung weitergehender Beschränkungen des Urheberrechts im Dienste der Informationsgesellschaft. Dabei läßt sich die EU-Kommission sehr davon leiten, daß etwa in den USA viel mehr Werke auf Onlineplattformen erhältlich sind als in Europa und erblickt im europäischen Urheberrecht den Hemmschuh dafür.
Im Netz mobilisieren die Piraten, die Netzcommunity und leider auch eine EU-Abgeordnete aus Österreich gegen die Interessen der Künstler. Ihnen käme eine Aushöhlung der Urheberrechte sehr gelegen.
Bitte unterstützen Sie den beiliegenden Aufruf. Wir werden uns mit diesem Schreiben an den Kommissionspräsidenten und die Mitglieder der EU-Kommission richten.
Reagieren Sie auf den Konsultationsprozess – Unterzeichnen Sie diesen Aufruf!
Sagen Sie "Ja" zu einem Europa mit Kunst und Kultur, sagen Sie "Nein" zu einer Aushöhlung der Rechte an Ihren Werken
Wir wollen, dass die EU-Kommission Kunst und Kultur für wichtig erachtet und auch so behandelt.
Es ist uns ein Anliegen, dass es in Europa künstlerisches Schaffen, eine europäische Kulturproduktion und Rahmenbedingungen gibt, die sie ermöglichen.
Wir fordern die EU-Kommission auf, "Ja" zu Kunst und Kultur in Europa zu sagen und die Urheberrechte an geistigen Werken zu achten und zu bewahren.
Wir fordern die EU-Kommission auf, "Ja" zu Zehntausenden österreichischen Kulturarbeitsplätzen, "Ja" zu den Kunstschaffenden und "Ja" zu denjenigen zu sagen, denen Kunst und Kultur, deren Bewahrung und Wert ein Anliegen sind.
Wir fordern die EU-Kommission auf, die Reform des Urheberrechts, unserer Existenzgrundlage, nicht von den Ergebnissen eines öffentlichen Online-Votings abhängig zu machen, das darauf abzielt, unser Recht auf Eigentum an unseren Werken auszuhöhlen.
Wir erheben Anspruch auf den Schutz, der uns durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die EU-Charta und die Österreichische Bundesverfassung garantiert wird. Dies gilt für Veröffentlichungen im In- oder Ausland, und zwar in jedweder Nutzungsform.
Wir erheben Anspruch auf den Schutz unserer Werke und ihrer Werkintegrität. Wir wenden uns gegen beliebige Veränderungen unserer Werke, die unser geistiges Eigentum sind.
Wir fordern die EU-Kommission auf, unsere Rechte zu wahren und jede Weiterentwicklung des Urheberrechts streng an den uns gewährten Grundrechten zu messen.
Wird unterstützt von:
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Unterstützungen an: gr@literaturhaus.at (Gerhard Ruiss)
Aussender: Gerhard Ruiss; IG Autorinnen Autoren; www.kultur.at/kunst/iga