Ö 2013, ca. 95 Min.
Regie: Ernst GOSSNER, Drehbuch: Clemens AUFDERKLAMM
Kamera: Daniela KNAPP, Musik: Gregor NARHOLZ
Mit: William MOSELEY, Eugenia CONSTANTINI, Claudia CARDINALE, Harald WINDISCH, Fritz KARL, Giulio CRISTINI, Julia GSCHNITZER u.a.
Erste Liebe - gnadenloser Krieg
Auf der Hochzeit seiner Schwester Lisl, im Mai 1915, begegnen einander der junge Tiroler Anderl und die hübsche, verspielt-rebellierende Italienerin Francesca. Sie ist verzweifelt, weil sie nach dem Fest an ihre italienische Klosterschule zurückkehren soll. Anderl, einer modernen Südtiroler Hoteliersfamilie entstammend, brennt darauf, von seiner Familie anerkannt und als Erwachsener ernst genommen zu werden.
Zwischen beiden entflammt eine Liebe auf den ersten Blick. Doch die Nachricht, dass Italien der Habsburgermonarchie soeben den Krieg erklärt hat, lässt die lustige Hochzeitsgesellschaft auseinanderbrechen. Was eben noch eine hoffnungsfrohe europäische Gemeinschaft war, wird von einem Moment auf den anderen in Nationalitäten zerrissen, und der engstirnige Patriotismus alter Schule erweist sich als bestimmender als die gerade erst geknüpften familiären Bande.
Der bis über beide Ohren verliebte Andreas muss schon am nächsten Tag an die österreichische Seite der Dolomitenfront, sein neugekürter Schwager Angelo an die italienische. Francesca wird als ungarische Krankenpflegerin ausgegeben und hilft im nun als Lazarett verwendeten Hotel. Sie findet sich auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen des kleinbürgerlichen Dorflehrers überlassen.
Schon 2011 hatte Regisseur Ernst Gossner sich in seinem Dokumentarfilm "Global Warning" mit dem Krieg in den Dolomiten auseinandergesetzt, und war bei seinen Recherchen auf komplett erhaltene Schützengräben im Gebirge gestoßen. Hier, zum Teil in den originalen Gräben, inszenierte er nun den "Stillen Berg", auch unter dem Eindruck des Funds der Leichen dreier austro-ungarischer Soldaten, die erst 2004 auf dem Adanello-Gletscher entdeckt wurden, und in dem Bewusstsein, dass sein eigener Großonkel in einem dieser Gräben verhungert war: Es ist ein Trauma, das nie richtig aufgearbeitet wurde, überdeckt vom Schatten des Zweiten Weltkriegs, doch die Narben sind bis heute deutlich sichtbar.
Anschließend: Publikumsgespräch mit Regisseur Ernst GOSSNER
Mehr über den Krieg in den Dolomiten: www.derstilleberg.com/links-zu-historischen-seiten
Mittwoch, 23. April 2014, 19.30 Uhr: Der Nächste, bitte!
Seit Generationen ist in ihrer Familie keine Frau mehr in erster Ehe glücklich geworden. Es waren immer erst die zweiten Ehen, die dann wirklich funktioniert haben - nachdem die ersten geschieden waren. Mit Diane Krüger u. Dany Boon.
Aussender: Filmklub Wieselburg, www.filmklub-wieselburg.at , ZVR: 407233590 , klub@filmklub-wieselburg.at