Als Rahmenprogramm zum Theaterstück „METROPOLIS – Das große weiche Herz der Bestie“ der Sommerspiele Melk ist Marko Feingold in Kooperation mit dem Verein MERKwürdig zu Gast auf der Schallaburg. Im Gespräch mit Alexander Hauer erzählt der Grand Seigneur unter den ZeitzeugInnen über ein Leben voller Wendungen, Brüche und Gegensätze.
Marko Feingold musste mehrmals erleben, wie Menschen jubelnd ins Elend zogen, wie aus Kollegen Räuber und aus Nachbarn Mörder wurden. 1913 in der heutigen Slowakei geboren, verbrachte er seine Kindheit im Wiener Prater, durchtanzte die Jugend im Wiener Grabencafé und lebte als Vertreter für Flüssigseifen im faschistischen Italien der dreißiger Jahre. Eine gescheiterte Flucht vor den Nationalsozialisten nach Prag und die Verhaftung im Jahr 1938 prägten sein weiteres Leben. Marko Feingold überlebte die unmenschliche Grausamkeit der Konzentrationslager Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald. Nach der Befreiung durch die Alliierten leitete er in Salzburg eine Verpflegungsstätte für politisch Verfolgte und half unzähligen KZ-Überlebenden bei ihrer Ausreise. Mit einem Modegeschäft baute er sich eine neue Existenz auf. Als Leiter der israelitischen Kultusgemeinde Salzburg ist er noch immer aktiver Teilnehmer am interreligiösen Dialog.
Mit seinem Engagement gegen das Vergessen prägt Marko Feingold bis heute das öffentliche Leben. Sein Erzählen ist niemals sentimental oder anklagend und trotz des Erlittenen voll Humor und Unbeschwertheit. Es ist ein Geschenk, dem jüngsten 101-jährigen Mann zuhören zu dürfen.
Zeit: Samstag, 26. Juli 2014, 17:00 Uhr
Ort: Renaissanceschloss Schallaburg, 3382 Schallaburg 1
Eintritt: Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: office@wachaukulturmelk.at , Tel 02752/54060-0
Aussender / Rückfragen: Mag. phil. Florian Müller, Pressesprecher Schallaburg & Niederösterreichische Landesausstellungen, Mobil 0664/60 499-652, florian.mueller@schallaburg.at