Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen
Der Kulturabteilung der Stadtgemeinde Amstetten ist es gelungen, anlässlich 70 Jahre Ende 2. Weltkrieg die internationale Fotoausstellung „Das sichtbare Unfassbare – Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen“ erstmals in Niederösterreich zu zeigen.
Die Ausstellung wurde 2005 vom Bundesministerium für Inneres (Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen) in Zusammenarbeit mit den Überlebendenverbänden Amicale Paris und Amical Barcelona realisiert und wird derzeit auch in Spanien sowie im französischsprachigen Raum gezeigt.
So war die Ausstellung unter anderem bereits in Paris, Lyon, Madrid, Valencia, Ljubljana, Luxembourg, Liege, Budapest sowie in Mailand zu sehen und wird nun nach Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck zwischen 20. Februar und 31. Mai 2015 auch in Ulmerfeld/Amstetten Station machen.
Inhalt der Ausstellung
Die Ausstellung zeigt rund 450 Fotografien vom nationalsozialistischen KZ Mauthausen und seinen Außenlagern. Sie dokumentieren diverse Aspekte des KZ-Systems, die Befreiung und die erste Zeit danach. Eine Vielzahl dieser visuellen Zeugnisse war bislang nicht für die breite Öffentlichkeit erschlossen, was vielfach damit zusammenhängt, dass die Aufnahmen nach Kriegsende über die ganze Welt verstreut wurden. Nun wurde erstmals umfangreiches Fotomaterial, größtenteils Originalnegative und -abzüge aus Frankreich, Österreich, Spanien, Tschechien und den USA, zusammengetragen.
Bis zur Befreiung war es ausschließlich die SS, die zahlreiche Aufnahmen von den Lagern anfertigen ließ. Manche Fotos des offiziellen fotografischen Dienstes in Mauthausen (Erkennungsdienst) zeichnen ein trügerisch sauberes Bild vom KZ und erfordern eine kritische Auseinandersetzung. Andere dokumentieren offen Demütigungen, Hunger und Tod der Häftlinge oder zeugen vom Rassismus der SS. Als das Ende der NS-Herrschaft absehbar war, versuchte die SS kurz vor ihrer Flucht, kompromittierende Fotografien systematisch zu vernichten. Einer Gruppe von Häftlingen war es dennoch in gewagten Aktionen gelungen, Hunderte von Negativen unter Einsatz ihres Lebens zu retten.
Die Befreiung im Mai 1945 stellte eine Zäsur in der fotografischen Dokumentation dar: Verschiedenste Fotografen, darunter befreite Häftlinge, Journalisten und amerikanische Soldaten, lieferten ungeschönte Bilder von den Schrecken der Lager. Die Fotografien sollten der Welt die Konsequenzen der NS-Ideologie vor Augen führen und gleichzeitig die Verbrechen in den KZs beweisen. Sie dokumentieren aber auch den Willen der Überlebenden, sich schrittweise die geraubte Individualität zurückzuerobern.
Ausstellungsort: Schloss Ulmerfeld, Burgweg 1, 3363 Ulmerfeld
Veranstalter: Stadtgemeinde Amstetten, Kulturabteilung, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten, Tel 07472/601-456, info@amstetten.at
Öffnungszeiten: Donnerstag, 19. Februar 2015, 19 Uhr (Eröffnung)
20. Februar bis 31. Mai 2015, Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, sowie gegen telefonische Voranmeldung unter 0676/576 01 49
Eintritt frei
Vermittlungsprogramm: Es werden laufend Führungen angeboten.
Informationen und Anmeldung unter 07472/601-456 oder r.kromoser@amstetten.at
Aussender: Johann Anglberger, Stadtgemeinde Amstetten, Kulturabteilung, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten, Tel 07472/601-348, j.anglberger@amstetten.at