"Macondo "
Regie: Sudabeh Mortezai, Österreich, 2014, 98 min.
In Zusammenarbeit mit der Pfarre St. Marien, Amstetten
Der erst elf-jährige Ramasan gilt seit dem Tod seines Vaters nach tschetschenischer Tradition als Mann im Haus, der sich um seine Mutter und seine zwei jüngeren Schwestern kümmern muss. Er wohnt in Macondo, einer Flüchtlingssiedlung mitten im Industriegebiet am Stadtrand von Wien. Für Aminat, Ramasans Mutter, ist das Leben als berufstätige Alleinerzieherin in einem fremden Land sehr schwer, und Ramasan ist ihr eine große Hilfe.
Eines Tages zieht Isa, ein Kriegskamerad des toten Vaters, in die Wohnsiedlung ein. Er stattet der Familie einen Besuch ab und übergibt Ramasan die Uhr des Vaters und ein Familienfoto, das dieser immer bei sich getragen hat. Zwischen Isa und Ramasan entwickelt sich langsam eine Beziehung. Isa könnte für den Buben eine neue, viel menschlichere Vaterfigur werden als die abstrakte Erinnerung an den toten Kriegshelden am Familienaltar. Doch als Aminat beginnt, sich für Isa zu interessieren, kommt Ramasan in einen emotionalen Konflikt: Er fühlt den Drang, das Bild des toten Vaters zu beschützen…
Sudabeh Mortezai ist mit ihrem Spielfilmdebüt Macondo ein fulminanter Durchbruch gelungen, und sie erhielt dafür mehrere Preise, darunter den Wiener Filmpreis für den Besten Spielfilm bei der Viennale 2014. Der absolut fesselnde Streifen stieß bei Publikum und Kritikern auf große Resonanz und wurde als „Glücksfall für das Kino“ bezeichnet.
Eintritt: € 7,- für Erwachsene / € 4,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Südfilmfest Amstetten, Batmaz Sevda, S.Batmaz@amstetten.at