4. Vortrag aus der VHS-Vortragsreihe zur internationalen Fotoausstellung „Das sichtbare Unfassbare“ – Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen, Schloss Ulmerfeld
Amstetten war mit seiner Rüstungsindustrie und als Bahnknotenpunkt Modellstadt des „Dritten Reiches“. Schwere Luftangriffe der Alliierten ab Februar 1945 führten zu einer Zerstörung des Bahnhofes und der Gleisanlagen. Um die Bahngeleise vor allem für die Durchfahrt von Zügen mit evakuierten Konzentrationslagerhäftlingen nach Mauthausen freizumachen, wurden mehrere Arbeitskommandos mit der Bezeichnung „Bahnbau I und II“ vom Konzentrationslager Mauthausen nach Amstetten verlegt und an verschiedenen Orten in der Stadt untergebracht. Parallel dazu kamen tägliche mobile Arbeitskommandos aus Mauthausen bei den Aufräumarbeiten zum Einsatz. Schutzlos den Luftangriffen ausgesetzt, verloren viele KZ-Häftlinge während des Arbeitseinsatzes ihr Leben.
Schon ab dem Sommer 1944 wurden ungarisch-jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Luftschutzstollenbau eingesetzt. Das Lager, die sogenannte „Judenbaracke“, befand sich in der Viehdorferstraße.
Dr. Gerhard Ziskovsky ist Altphilologe, Historiker und Autor zahlreicher historischer Publikationen über Amstetten.
Aussender: Johann Anglberger, Stadtgemeinde Amstetten, Kulturabteilung, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten, Tel 07472/601-348, j.anglberger@amstetten.at