Sa, 2. Mai 2015, 19.30 Uhr, Kristallsaal: "Ein Duell mit Mozart!“
Andrew Brownell, Klavier
Kritiker feiern den amerikanischen Pianisten Andrew Brownell als „Anti-Lang Lang“. Seine klugen wie witzigen Programme bestechen durch Virtuosität und lustvoll erzählte Musikgeschichten: So forderte Joseph II. am Weihnachtsabend des Jahres 1781 Wolfgang Amadeus Mozart und Muzio Clementi zum Duell. Ersterer schnappte sich eine Melodie des Rivalen für die Ouvertüre seiner „Zauberflöte“. Andrew Brownell lässt beide Genies erneut gegeneinander antreten. Ring frei für den Salzburger Götterfunken und den europäischen Musikunternehmer.
Sa, 9. Mai 2015, 19.30 Uhr, Kristallsaal: „Spielen sie mein Werk nie wieder!“
Tamara Stefanovich, Klavier
Normalerweise beknien Komponisten weltweit Interpretinnen und Interpreten ihre Werke aufzuführen. György Ligeti tat das Gegenteil. Bei mangelnder Leidenschaft bat er auch sehr prominente Musiker, von einem weiteren Versuch Abstand zu nehmen. Das hat mit Haltung und Kompromisslosigkeit zu tun. Die gefeierte Pianistin Tamara Stefanovich aus dem ehemaligen Jugoslawien befeuert so ihr Etüden-Programm mit Werken von Chopin, Debussy und vielen mehr. Virtuosität, die am Notenpapier an die Grenzen des Unmöglichen geht.
Sa, 16. Mai 2015, 19.30 Uhr, Kristallsaal: "It’s all about sex“
Herbert Schuch & Gülru Ensari, Klavier
Die Pariser Uraufführung von Igor Strawinskys Ballettmusik „Le sacre du printemps“ am 29. Mai 1913 zählt zu den größten Skandalen der Musikgeschichte. Publikum und Ausführende waren Strawinskys erotisierendem Werk und dessen Choreographie durch Vaslav Nijinsky nicht gewachsen. Fieberhafte Hitze, Empörung und grelles Lachen ließen einen nachhaltigen Aufruhr entstehen. Der mit vielen inter-nationalen Klavierpreisen ausgezeichnete Herbert Schuch und die junge türkische Pianistin Gülru Ensari würzen diese Klavierorgie zu vier Händen mit launigen sowie entspannenden Walzern von Johannes Brahms und Paul Hindemith.
Sa, 23. Mai, 19.30 Uhr, Kristallsaal: „Bad Boy of Music“
Gottlieb Wallisch, Klavier - Sprecher: Max Simonischek
Der Wiener Pianist Gottlieb Wallisch liebt es Musik und Wort intelligent spannend zu verknüpfen. Das Programm „Bad Boy of Music“ genießt mittlerweile schon Kultstatus. Der Titel bezieht sich auf die skandalöse Autobiographie des amerikanischen Pianisten, Komponisten, Autors, Erfinders und Playboys George Antheil. Angeblich trug er zur eigenen Sicherheit immer eine Pistole bei sich, um sich bei den Tumulten, die seine Konzerte auslösten, den Weg freischießen zu können. Gewappnet für alle Fälle sind auch seine Kompositionen wie das „Ballet mécanique“, die „Airplane Sonata“ oder „Woman Sonata“. Der Sohn deutscher Einwanderer mutierte zur schillernden Persönlichkeit, welche Dichtung und Wahrheit geschickt vermischte. „Bad Boy of Music“ wurde zu einem Bestseller. Ganz nebenbei erfand er mit der österreichischen Schauspielerin Hedy Lamarr das Frequenzsprungverfahren. Eine weitere Facette des schlimmen Buben.
Do, 11. Juni, 19.30 Uhr Kristallsaal: „Mehr als eine Affäre?“
Birgit Kolar, Violine - Robert Lehrbaumer, Klavier
Zunächst scheiterten sie gewaltig, ehe sie jene Karrieren machen konnten, für die sie heute gefeiert werden. Der weltberühmte Wiener Geiger Fritz Kreisler fiel nach der Ablehnung der Wiener Philharmoniker als deren Konzertmeister in Depression. Maurice Ravel verfehlte den begehrten Kompositionspreis „Prix de Rome“ mehrfach, und sah sich in Folge mit eine echten „Ravel-Affäre“ konfrontiert. Das Publikum wollte ihn, nicht jedoch die Jury, was den Schriftsteller und Musikkritiker Romain Rolland 1905 zur Aussage brachte: „Ich bewundere die Komponisten, die es gewagt haben, über ihn zu urteilen. Wer wird nun über sie urteilen?“ Ein veritabler Eklat, den Lokalmatadorin Birgit Kolar und Robert Lehrbaumer zum Klingen bringen.
Aussender / Kontakt: verein)))klangräume, Mag. Thomas Bieber, Festivalleitung, Schwindgasse 9/6, 1040 Wien, Tel 0676/323 67 37, thomas.bieber@klangraeume.at , www.klangraeume.at