Vernissage am 6. Mai 2015, 19 Uhr, Ausstellung am 7., 8., 12., 13., und 15. Mai von 14 bis 20 Uhr im Kreativzentrum/Theater am Steg
Stiller Protest und liebevolle Hommage
Wasser ist ein Gut, das immer knapper wird. Aber es ist in Form von Süßwasser die Grundlage allen Lebens auf dieser Erde – jenes der Menschen genauso wie der Natur. Deshalb widmet die in Baden bei Wien lebende, chinesische Künstlerin Yusheng Zhao-Simperl eine Ausstellung unter dem Titel „Wasser ist Leben“ dieser Problematik. Nicht in Form eines provozierenden Protests, sondern in „stillen“ und von Liebe zu Mensch und Natur erfüllten Gemälden.
Jährlich sterben weltweit Millionen von Menschen durch verunreinigtes Wasser und jährlich verliert die Erde etwa 12 Millionen Hektar fruchtbaren Bodens durch Versteppung (einer Vorstufe zur Wüstenbildung), was einer Größe der Ackerfläche Deutschlands entspricht. Der Grund: Klimawandel, Überweidung, Übernutzung durch Intensiv-Landwirtschaft und Entwaldung. Dadurch gehen nicht nur Anbaugebiete verloren, sondern auch wertvolle Naturlandschaften. Dazu kommt, dass multinationale Konzerne weltweit Grundstücke und Wassernutzungsrechte aufkaufen, um Trinkwasser in Plastikflaschen teuer zu verkaufen. Ein besonderes Problem für die Menschen der Dritten Welt, die sich dieses Wasser nicht leisten können. Nachdem im 20. Jahrhundert Kriege um Erdöl geführt wurden, geht man mittlerweile davon aus, dass im 21. Jahrhundert die Gefahr des Kampfes um Wasser droht.
Und so malte Yusheng eine Reihe von Bildern in den unterschiedlichsten Techniken, um dagegen zu protestieren – nicht so wie die Dadaisten oder die Wiener Aktionisten, sondern in Form eines von Liebe zu Mensch und Natur erfüllten Protests. Er entspricht im Übrigen den Auffassungen von mit dem Umweltschutz befassten Werbefachleuten: Nicht Bilder der gnadenlosen Zerstörung der Natur können ein Umdenken bewirken, sondern das Visualisieren jener Dinge, welche durch Wasserverknappung und Umweltzerstörung für immer verloren gehen.
Es ist ein stummer Protest, ein Protest der kein Echo findet und nicht einmal verhallen kann. Aber jedes Bild von Yusheng in dieser Ausstellung zeigt, was der Mensch durch sein Handeln verliert – egal ob es sich um die Pracht der Vielfalt der Natur in Form von Blumen, dem Leben im und am Wasser oder um das harmonische Leben der Menschen mit der Natur und dem Leben spendenden Wasser handelt. Und natürlich dürfen dabei Yushengs eindrucksvolle Gemälde von Frauen im Wetteifer mit der Schönheit von Blumen in der von ihr entwickelten Jili-Xuan Zhi-Technik nicht fehlen.
Eine Ausstellung mit dem gleichen Titel konnte Yusheng übrigens bereits 2007 anlässlich des Weltwassertages im Vienna International Center sowie im Rathaus der chinesischen Stadt Suzhou im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums dieser Garten- und Wasserstadt als UNESCO-Weltkulturerbe zeigen. Ein ähnliches „Leitbild“ wie es bei diesen beiden Ausstellungen verwendet und auch im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg präsentiert wurde, hat Yusheng auch für ihre Ausstellung in Baden gemalt. Es ist voller Symbole zum Thema „Wasser ist Leben“, die es von aufmerksamen Betrachtern zu entdecken gilt.
Yushengs Gemälde zeigen jedenfalls eindrucksvoll, dass Natur und Kultur keinesfalls im Widerspruch zueinander stehen, wie oft behauptet wird, sondern sich harmonisch ergänzen. Auch der französische Maler Paul Cézanne war der Ansicht, Kunst sei eine „Harmonie, die parallel zur Natur verläuft“.
Die Ausstellung „Wasser ist Leben“ ist am 7., 8., 12., 13., und 15. Mai von 14 bis 20 Uhr im Kreativzentrum/Theater am Steg (2500 Baden, Johannesgasse 14) zu besichtigen. Am 13. Mai gibt es um 18 Uhr einen Vortrag Von Dr. Kurt E. Simperl über „Zeitgenössische Kunst in China und Europa – Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Entwicklungen“. Der Eintritt zur Ausstellung und zum Vortrag ist frei!
Aussender / Infos: Dr. Kurt E. Simperl, Tel 02252/849 51, Mobil 0664/393 13 77, synerga@aon.at